Roma-Streit um Zigeunersauce geht in Deutschland munter weiter

Der öffentliche Streit um den Begriff „Zigeunersauce“ geht in Deutschland weiter. Im Sommer hatte ein Verein von Sinti und Roma aus der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover diesen Begriff als rassistisch angeprangert und ein Verbot gefordert. Man wollte eine Umbenennung auf Deutschlands Speisekarten und in den Regalen des Lebensmittelhandels. Aber sowohl die deutsche Lebensmittelindustrie und Gastronomie als auch andere Interessensvertreter der Zigeuner in Deutschland stehen diesem Vorstoß kritisch bis ablehnend gegenüber.

Weder historisch noch im Kontext zu den Roma und Sinti und deren Lebenssituation würde die Begrifflichkeit der „Zigeunersauce“ auch nur irgendeinen diskriminierenden Zusammenhang darstellen, es sei eine Bezeichnung, die bereits lange vor der NS-Zeit in den deutschen Küchen eingeführt worden sei, und deshalb „unbelastet“. Lobbyisten der „politischen Sprachcorrectness“ möchten dies nun trotzdem durch einen weiteren Sprachforscher prüfen lassen.

Aufregung über Zigeunersauce ist für viele unverständlich

Für den Sprecher des Verbands der Hersteller kulinarischer Lebensmittel, Markus Weck, ist die Aufregung über die Zigeunersauce gänzlich unverständlich. Laut Weck handelt es sich bei der Zigeunersauce um einen schon 1903 verwendeten Begriff, mit dem die Verbraucher eine bestimmte Geschmacksrichtung in Verbindung bringen würden. Geschmack und Begriff würden „positiv aufgenommen“. Dies hatte man dem Anwalt des in Hannover ansässigen Roma-Vereins auch in einer Stellungnahme mitgeteilt. Der „Bundesrat der Jenischen Deutschlands“ – ein anderer Zigeunervertretungsverband – erscheint die Aufregung um die Sauce ebenfalls unverständlich, er nennt die Beschwerde des niedersächsischen Roma-Verbands „hanebüchen und unverständlich“. Auch der Bundesverband der Roma und Sinti ist mit dem Vorstoß unglücklich. Der Anwalt des hannoverischen Roma-Vereins, Dündar Kelloglu, möchte die Sache jedoch weitertreiben: Ein Sprachforscher soll die Sache noch einmal bewerten, im Anschluss soll eine Klage überlegt werden.

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