Ungarn stellt kommunistischen Kriegsverbrecher vor Gericht

Ungarn nach vielen Jahren der Untätigkeit ernst. Die Justiz arbeitet die Kriegsverbrechen rund um die Niederschlagung des demokratischen Aufstandes von 1956 auf. Der damalige kommunistische Aktivist Bela Biszku wurde nun von der Budapester Staatsanwaltschaft unter Anklage gestellt. Der heute 92-Jährige soll damals aktiv an zwei von den stalinistischen Sicherheitskräften ausgelösten Schießereien beteiligt gewesen sein, bei denen 51 Zivilisten getötet wurden. Laut Anklageschrift hat Biszku zum “inneren Parteiführungszirkel” gehört und sich in seiner Funktion innerhalb der Kommunistischen Partei an Vergeltungsmaßnahmen gegen Demokraten beteiligt.

Der ehemalige Spitzenfunktionär wurde als Belohnung für seine Aktivitäten bei der Niederschlagung des Aufstandes in den Jahren 1957 und 1961 Innenminister des kommunistischen Terrorregimes. Im Herbst 2012 wurde er nach einer Anzeige in Haft genommen.

Terror des Jahres 1956 belastet bis heute die ungarische Gesellschaft

Bis heute belasten die blutigen Auseinandersetzungen des Herbstes 1956 die ungarische Gesellschaft. Demokratische Arbeiter und Studenten hatten sich im Oktober 1956 gegen das stalinistische Regime in Budapest aufgelehnt. Die Kommunisten schlugen diesen Aufstand gemeinsam mit sowjetischen Besatzungstruppen nieder. Unter anderem fanden 2.000 ungarische Zivilisten den Tod, 200.000 flüchteten vor den Repressalien der Kommunisten. Nach der Niederschlagung wurden rund 300 Demokraten durch die Kommunisten hingerichtet und 20.000 in Straflagern inhaftiert.

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