Polizei entdeckt mutmaßlich entführte Vierjährige in Roma-Lager

Blonde Haare, grünblaue Augen und keinerlei Ähnlichkeit mit den Eltern – das fiel Beamten auf, die ein Roma-Lager im mittelgriechischen Farsala nach Drogen und unregistrierten Waffen untersuchten und zufällig auf das vierjährige Mädchen stießen. Bei der Vernehmung verstrickten sich der 39-jährige „Vater“ und die 40-jährige „Mutter“ in Widersprüche. Ein DNA-Test ergab keine Übereinstimmung beim Erbgut.

Damit ist erwiesen, dass es sich bei dem Paar nicht um die leiblichen Eltern handelt. Die Polizei geht von einer Entführung aus. Es wird vermutet, dass das Mädchen bereits im Säuglingsalter ins Roma-Lager gebracht wurde und dort mit falschen Eltern aufwuchs. Die Angaben des Paares, wie das Mädchen zu ihnen kam, waren widersprüchlich. Sie gaben unter anderem an, dass ihnen das Kind von Fremden gegeben worden sei, dann wieder, dass es einen ausländischen Vater habe. Die Anwältin des Paares, Marietta Palavra, erklärte, das Paar habe das Kind aus einem Heim zu sich geholt, als es erst wenige Tage alt war. Dort sei es von einem ausländischen Fremden abgegeben worden, der gesagt haben soll, dass er den Säugling nicht weiter versorgen könne.

Mädchen war in Athen registriert

Nur weil die verdächtige Frau falsche Papiere vorgelegt hätte, mache sie das noch nicht zu einer Kidnapperin, sagte Palavra. „Das Paar hat das Mädchen geliebt, als sei es sein eigenes Kind.“ Das Mädchen war in Athen registriert; die angeblichen Eltern hatten von den Behörden in der griechischen Hauptstadt eine Geburtsurkunde für das Kind erhalten. Die Vierjährige wird derzeit medizinisch untersucht: Ersten Ergebnissen zufolge ist sie bei guter Gesundheit.

Die Fotos der Kleinen wurden auf Anweisung der Staatsanwaltschaft veröffentlicht, um ihre biologischen Eltern zu finden. Das Bild der Vierjährigen ist erschütternd. Mit verunsichertem Blick schaut das Mädchen, das auf den Namen Maria hört, in die Kamera. Ermittlungen der griechischen Behörden sollen nun Aufschluss über ihre wahre Identität geben.

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