Bildung: Faymann ließ heikle Daten totschweigen

Nach der Wahl kommt allerhand ans Licht, was davor von der Bundesregierung totgeschwiegen wurde. Plötzlich explodierten Arbeitslosenzahlen, die Armut der Österreicher steigt rasant, die Kaufkraft sinkt und Manager internationaler Firmen klagen, dass es in Österreich zu hohe Steuern und zu wenig Fachpersonal gebe. In der Tageszeitung Die Presse verrät Günter Haider, Ex-Chef des Bildungsinstituts BIFIE, dass heikle Daten im Wahljahr nicht veröffentlicht werden durften.

Wären vor allem die Journalisten in den Boulevard-Medien nicht nur Bezahlschreiber der Bundesregierung und würde ihnen die Bildung wirklich am Herzen liegen, hätten sie diese Aussage Haiders kampagnenartig der Öffentlichkeit präsentiert. So aber fand es nur Die Presse wert, diese Unglaublichkeit zu thematisieren.

Auf die Frage des Redakteurs, ob es dem BIFIE verboten wurde, im Wahljahr Studien zu veröffentlichen, sagte Günter Haider:

Es war klar, dass Werner Faymann da keine Brösel haben will. Deshalb mussten wir alles Heikle 2012 präsentieren. Im Dezember 2012 hatten wir eine Pressekonferenz nach der anderen. Da wurden Projekte wie die Bildungsstandards – fünf Jahre wurde daran gearbeitet und fünf Millionen Euro hat es gekostet – in zehn Minuten abgehandelt. Das ist die Denkweise des politischen Systems, nicht die der Wissenschaft. […] Ich rede von heiklen Daten, wie jene zur Neuen Mittelschule. Es war vorgesehen, dass sie evaluiert wird, bevor sie flächendeckend eingeführt wird. 2012 wurde die Einführung ohne die gesetzliche Evaluation beschlossen.

Weiters interessant: Haider sagt in diesem Interview auch nichts Schmeichelhaftes über die Neue Mittelschule. Nach dem ersten Jahrgang sei jedenfalls keine Euphorie angebracht. Die vorzeitige Einigung sei ein Sündenfall gewesen. Alles in allem kein gutes Zeugnis für die Bildungsarbeit des Bundeskanzlers und seiner ressortzuständigen Ministerin Claudia Schmied, die nach der Wahlniederlage der SPÖ zum Glück den Hut nahm.

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