EZB-Chef Draghi als Sargnagel für deutsche Versicherungswirtschaft

Die Flutung der europäischen Finanzwirtschaft mit billigem Geld durch die unter der Leitung von Mario Draghi stehende Europäischen Zentralbank (EZB) bringt das Finanzsystem zunehmend in Schieflage. Jüngstes Opfer ist die deutsche Versicherungswirtschaft. Die Lebensversicherer hatten ihren Kunden in der Vergangenheit marktkonforme Renditen versprochen und garantiert. Diese Zusagen können die Versicherer nun jedoch nicht mehr halten. Grund dafür ist die Zinspolitik der EZB und anderer Zentralbanken.

Aktuell liegt der Rückstellungsbedarf der deutschen Lebensversicherer für 2013 bei rund sechs Milliarden Euro. Sollte die Zinslandschaft bedingt durch die EZB jedoch auf diesem niedrigen Niveau bleiben, dann könnten sich diese Rückstellungen in den nächsten zehn Jahren auf 40 bis 90 Milliarden Euro vervielfachen, warnt die Ratingagentur Moody s. Damit wäre der Sektor Lebensversicherung massiv in seiner Existenz und Finanzierbarkeit gefährdet.

Garantiezinssatz von vier Prozent ist durch EZB gefährdet

Durch diese Art der Zinspolitik ist der von den Versicherern garantierte Zinssatz – er ging in den letzten Jahren bereits von 4 auf 1,75 Prozent zurück – jedenfalls existentiell in Frage gestellt. Wenn die Versicherungswirtschaft den Sektor Lebensversicherungen nicht aus anderen Bereichen querfinanzieren möchte, stehen die bisher geltenden Garantiezinssätze wieder zur Diskussion. Sie müssten bei realistischer Beurteilung weiter gesenkt werden, was den Lebensversicherungssektor in eine neue Depression stürzen könnte. Versicherer und Versicherte sind dabei gleichermaßen Opfer.

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