Asyl-Erpresser verlassen Kunstuni und schlagen bei Caritas Radau

Erst letzte Woche weigerten sich die rund 24 Asylanten noch, ihr Dauerquartier, das Servitenkloster in Wien, getrennt zu verlassen. Eine Räumung wurde durch anstehende Renovierungsarbeiten aber nötig und so sahen sich die Männer dazu veranlasst, die Akademie der bildenden Künste im Zuge eines Vortrags zu besetzen. Während die einen am Gang nächtigen, blockieren die anderen den Universitätsbetrieb, indem sie den Hörsaal 20 zu ihrem neuen Schlafplatz auserkoren haben. Die grüne Direktorin Eva Blimlinger forderte zunächst bis Montag eine Räumung und schloss einen Polizeieinsatz nicht aus, am Dienstag zogen die Asylanten dann endlich ab.

Viele Quartiere für Asyl-Erpresser

Aktuellen Medienberichten zu Folge gestalteten sich die Verhandlungen mit den Betroffenen schwierig. Obwohl die Männer seit nunmehr mindestens einem Jahr in Östereich sind, sprechen sie kaum ein Wort Englisch oder gar Deutsch. Einzelne Bleiben wurden schon mehrfach vermittelt, jedoch weigert sich die Gruppe, sich zu trennen, weil Abschiebungen befürchtet werden. 

Durch den unermüdlichen Einsatz der mit sehr viel Freizeit gesegneten freiwilligen Unterstützer haben die Asylanten aber nun sogar die Qual der Wahl, was ihre neue Bleibe betrifft. Der Fonds Soziales Wohnen Wien bietet den „Schutzssuchenden“, wie sich die Besetzer selber titulieren, gleich mehrere Alternativen zu Aula und Hörsaal. So wird etwa der Umzug in einen Wiener Gemeindebau in Mariahilf diskutiert. Optionen sind aber auch eine orthodoxe und eine katholische Kirche, ein aufgelassenes Finanzamt, eine durch Spendengelder finanzierte private Unterkunft und das seit Längerem aufrechte Angebot einer Sammelbleibe der Caritas in Schwechat.

Radau bei Caritas-Preisverleihung

Während einheimische Familien mit geringsten Einkommen oft jahrelang auf die Zuteilung einer Gemeindewohnung warten, scheint die Besetzung von öffentlichen Einrichtungen das geeignete Druckmittel zu sein. Von ihrer privilegierten Stellung gegenüber zahlreichen Einheimischen machten die Asyl-Erpresser zunächst jedoch keinen Gebrauch. Sie zogen es vor, nach dem Abzug aus der Kunstuni bei der Verleihung des Prälat-Ungar-Preises der Caritas Radau zu schlagen. Die Bemutterung durch die katholische Hilfseinrichtung dürfte den Männern nämlich zunehmend auf die Nerven gehen. „Shame on Caritas“, skandierten sie von der Bühne der Veranstaltung in der Brunnenpassage und beleidigten – weil es ja ohnehin folgenlos bleibt – auch ihre hartnäckigsten Unterstützer. Die rührende Naivität der Caritas beschreibt folgender Satz eines Berichts im gutmenschlichen Politik-Portal Neuwal: „Der von den Organisatorinnen unternommene Versuch die Anliegen der Flüchtlinge in geordneter Weise in die Veranstaltung zu integrieren scheiterte.“

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