Hellseher Brandstätter fordert von der Presse Anstand und Fairness

Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter spielt sich Tag für Tag als Moralapostel auf, hebt den Zeigefinger, wenn es in der Republik nicht nach seiner Fasson läuft. Jüngst ging ihm die Berichterstattung der Tageszeitung Österreich über das Vertragshickhack um Teamchef Marcel Koller derart gegen den Strich – und gegen die journalistische Ethik -, dass er mehr Anstand und Fairness verlangte und die Sponsoren des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) aufforderte, “in dem Gratisblatt nicht mehr zu inserieren”.

Insider der Medienbranche wissen freilich, dass Helmut Brandstätter und Wolfgang Fellner (Österreich) in diesem Leben nur noch schwer Freunde werden können. Ihre gegenseitige Abneigung führte die beiden auch schon vor den Kadi, was für die Leserschaft im allgemeinen den Vorteil hatte zu erfahren, dass es sich bei manchen Journalisten um Bezahlschreiber handelt. Dies wurde sozusagen gerichtlich beeidet. Und so durfte Brandstätter in seiner Kolumne mit dem Titel “Anstand und Fairness” im Wissen, nichts befürchten zu müssen, schreiben:

Das schrieb ausgerechnet ein Söldner des Informationshandels, von dem man laut Gerichtsurteil sagen darf, dass zwischen seiner Schreibweise und Geldflüssen ein Zusammenhang besteht.

Brandstätter fordert also von Österreich mehr Anstand und Fairness, weil das Blatt von Wolfgang Fellner vor der Vertragsverlängerung des ÖFB-Teamchefs unsportlich agierte: Koller sei ein Verräter, dem es nur um “Silberlinge” gehe, der “Söldner” solle in die Schweiz geschickt werden. Das ist wirklich nicht die feine Art, mit Menschen umzugehen. Aber was unterscheidet Wolfgang Fellner von Helmut Brandstätter? Der Kurier-Chefredakteur ist, was Anstand und Fairness betrifft, auch kein Kind von Traurigkeit.

Verloren in der Zeitdimension

Am 31. Mai 2012 war der Kommentarschreiber des Kurier in der Sache “Stiftung Meschar” journalistisch und sogar hellseherisch unterwegs. Unter dem Titel “Respektspersonen” ging Brandstätter auf den Notar Harald Stefan los, der die Stiftung mit dem seinerzeitigen Vorstand Martin Graf beurkundet hatte. Etwas verloren in der Zeitdimension stellte er fest: “Dass dann Stiftungsvorstand Martin Graf auf seinen Bruder besser aufgepasst hat als auf die ihm schutzbefohlene Dame, hätte Notar Stefan verhindern müssen.” Abgesehen davon, dass Grafs Bruder der Stiftung genauso Miete bezahlt wie dem Vorbesitzer seines Lokals: Stefan hätte laut Brandstätter also 2006 wissen müssen, dass die in Gründung befindliche Stiftung zwei Jahre später einen Hausanteil kaufen wird, in dem sich das Restaurant von Grafs Bruder befindet.

Schaum vom Mund wischen

Es ist eher nicht davon auszugehen, dass Hellseherei ein Teil der Notariatsprüfung ist. Anstand und Fairness wären auch hier gefragt gewesen. Brandstätter hätte Wolfgang Fellner, wäre ihm das passiert, wohl geraten, zuerst den Schaum vom Mund abzuwischen, bevor man so einen Blödsinn schreibt. Dann würde auch die Tastatur länger halten.

Helmut Brandstätter ist in diesem Zusammenhang das Buch von Martin Graf mit dem Titel “Abgerechnet wird zum Schluss” zu empfehlen, in dem der Stiftungsfall “Gertrud Meschar” so dargestellt wird, wie er wirklich war und wie er in Medien, in denen Schreibweise und Geldflüsse in Zusammenhang stehen, nie veröffentlicht wurde.

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