Deutsche Steuerzahler zahlen für Handelskammerbildungszentrum

Bunt treiben es die deutschen Industrie- und Handelskammern (IHK), wenn es darum geht Mitglieds- und Steuergelder auszugeben. Jüngster Fall ist die IHK Hochrhein-Bodensee, die sich auf Kosten Dritter ein neues Bildungszentrum um ungerechnet 5,6 Millionen Euro am schönen Bodensee leistet. Neben den Baubeiträgen, die aus den Zwangsmitgliedschaften der deutschen Unternehmer finanziert werden, lässt man auch den Bund und das Land Baden-Württemberg finanziell zur Ader.

So fördert die Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, den neuen „Bildungstempel“ mit 2,2 Millionen Euro, während die Stuttgarter Landesregierung noch einmal 1,675 Millionen Euro beisteuert. Damit zahlen viele Unternehmer gleich doppelt, als Zwangsmitglieder und als Steuerzahler für ihre eigentlich ungeliebte Zwangsvertretung.

IHK immer wieder in der öffentlichen Kritik

Die IHK stehen immer wieder in der öffentlichen Kritik. Bei den Wahlen zu den Gremien dieser Zwangskammern – in Deutschland gibt es insgesamt mehr als 80 solche regionalen Wirtschaftsvertretungen – gehen lediglich zehn Prozent der Unternehmer zu den Urnen. Dazu kommt, dass die IHK selbst immer wieder durch eigenartige Personalpolitik auffallen. So war etwa der in Wirtschaftsstrafprozesse verwickelte Banker Christopher Freiherr von Oppenheim „ehrenamtlicher Rechnungsprüfer“ der IHK Köln und in Brandenburg stand der dortige IHK-Präsident im Verdacht, massive Freunderlwirtschaft betrieben zu haben.

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