Unerträglich: Auch Eugen Freund kritisiert Einfluss der Politik im ORF

Es gibt wirklich schlimmere Schicksale, als mit 62 Jahren und gut-dotierter Pensionsgage vom ORF in den Ruhestand geschickt zu werden. ZIB-Moderator Eugen Freund findet es trotzdem nicht fein, wie man mit ihm umging. In der jüngsten Ausgabe von TV-Media sieht sich Freund als Opfer der Sparpolitik – und er übt scharfe Kritik an der Politik und am ORF.

Freund, der am 10. November bereits seine letzte ZIB-Ausgabe moderiert und gerne weiter am Schirm geblieben wäre: “Der ORF schickt mich in Pension und hat mir das brieflich kundgetan. Aber ich werde sicher nicht in Pension gehen.” Ein Gespräch mit den Verantwortlichen habe es nicht gegeben: “Ein solches würde man vermuten. – Ich bin nicht völlig aus den Wolken gefallen, weil ich das Unternehmen seit 40 Jahren kenne. Es hat immer Mängel gegeben beim Umgang mit dem Personal.”

Opfer der Sparpolitik des Hauses

Und Freund weiter: “Ich bin ein Opfer der Sparpolitik des Hauses – und diese hat wieder mit der nicht verlängerten Gebührenrefundierung zu tun.” In der ZIB selbst sieht der Moderator, der weiter in den Medien aktiv bleiben will, Reformbedarf: “Es schauen immer noch eine Million Menschen zu. Aber die Quoten gehen runter.” Eine Reform würde freilich von der Politik verhindert: “Die Politik will möglichst wenige und junge Leute in der ORF-Information. Damit ja niemand zum Recherchieren echter Geschichten kommt. Das ist von der Politik beabsichtigt: keine Aufsicht über ihre Tätigkeit.”

Auch Lindner gesteht Politik-Einfluss

Eugen Freund ist innerhalb kurzer Zeit das zweite ORF-Schwergewicht, das den Einfluss der Politiker auf die Berichterstattung im ORF offen kritisiert. Auch die frühere Generaldirektorin und jetzige wilde Nationalratsabgeordnete Monika Lindner hat das in einem Buch in aller Deutlichkeit getan. Bei Lindner konnten die Kritiker noch sagen, dass das alles früher so gewesen wäre, bei Freund, der erst jetzt aus dem ORF ausscheidet, gilt dieses Argument nicht mehr. Generaldirektor Alexander Wrabetz und ZIB2– Moderator Armin Wolf können also weiterhin die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Staatsfunk hochpreisen – glauben wird es ihnen keiner mehr.

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