ORF-Analyse: Kaum Sendezeiten für die größte Oppositionspartei

Die größte Oppositionspartei des Landes, die FPÖ, wird vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk geradezu boykottiert. Dies zeigt die jüngste Analyse von Walter Schwaiger, Geschäftsführer von MediaAffairs, der im Auftrag der Tageszeitung Die Presse die Sendezeiten der Parteien in den ORF-Formaten „Zeit im Bild 1“ und „ZIB 2“ analysierte. Er kam zum Schluss, dass Neos-Chef Matthias Strolz im ORF sehr begehrt ist.

Das Gefühl, dass der ORF eher Grüne und andere Kleinparteien zu Wort kommen lässt als einen Vertreter der Freiheitlichen, täuscht also nicht. Schwaiger kam zum Ergebnis, dass die neu ins Parlament eingezogenen Neos in den ZIB-Sendungen vergleichsweise breiten Raum bekommen. Das Team Stronach „profitierte“ vor allem von parteiinternen Turbulenzen, über die ausführlich berichtet wurde. Stronach  erhielt in der „ZiB 2“ mit knapp einem Drittel der innenpolitischen Berichterstattung sogar am meisten Sendezeit. In der „ZiB 1“ landete aber die SPÖ mit 25 Prozent auf Platz eins, dicht gefolgt von der ÖVP. Auffällig sei die geringe Sendezeit für die FPÖ: Kam sie in der „ZiB 1“ auf neun Prozent, so war es in der „ZiB 2“ sogar nur noch ein Prozent.

Strolz kam im ORF am meisten zu Wort

Am meisten persönlich zu Wort kam nach dem geglückten Parlamentseinzug Neos-Chef Matthias Strolz, gefolgt von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ). Sie stand nach der Rückkehr von ihrer krankheitsbedingten Absenz im Mittelpunkt.

Der rot-grün dominierte ORF setzt also offenbar seine Strategie gegen die Blauen auch nach dem Wahlerfolg der FPÖ eisern fort. Dies bemerkt man nicht nur bei den Informationssendungen im Fernsehen, sondern auch auf den so genannten „Blauen Seiten“ von orf.at. Dort finden sich Negativmeldungen, die die Freiheitlichen betreffen, oft tagelang, während Skandale von SPÖ oder von Grünen nach kurzer Dauer wieder verschwinden.

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