Zentralafrika: Muslimische Rebellengruppe terrorisiert christliche Bevölkerung

Seit Monaten kommen immer wieder Schreckensmeldungen aus der Zentralafrikanischen Republik. Von Massakern an der Zivilbevölkerung, Verschleppungen und Vergewaltigungen ist zu hören. Seit im März Präsident Francois Bozize von der islamistischen Rebellengruppe Seleka gestürzt wurde und sich deren Anführer Michel Djotodia zum Übergangspräsidenten ernannte, herrscht Chaos im Land. Die darauf folgende Auflösung der muslimischen Rebellengruppe half nichts, sie kämpft bis heute weiter. Vor allem der wachsende Einfluss des sunnitischen Islam auf die Bevölkerung, ausgehend von den muslimisch geprägten Nachbarländern Tschad und Nordsudan, sorgt für gesellschaftlichen Sprengstoff. Nun entsendet Frankreich, mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrates, 1.200 Soldaten, um die Situation im Land zu entschärfen. Es wäre nicht das erste Mal, dass die ehemalige Kolonialmacht in Zentralafrika nach einem Putsch interveniert.

Opfer des Putsches sind christliche Zivilisten

Bei ihren Raubzügen durch das Land geht die muslimische Rebellengruppe Seleka äußerst brutal und rücksichtslos vor. So berichtet die NGO Human Rights Watch, dass Dörfer, in denen vorrangig Christen leben, bei Nacht überfallen werden. Erwachsene werden erschossen, Kinder im Kampf gegen die Christen zwangsrekrutiert und Schulen und Krankenhäuser niedergebrannt. Das Vorgehen erinnert an die islamistische Sekte Boko Haram in Nigeria. “Wir haben die unschuldigen Bürger aus Vergeltung für die Morde getötet, die christliche Kämpfer an unseren Leuten begangen haben”, sagte ein Seleka-Mitglied kürzlich. Seit Beginn des Konflikts im März sind hunderttausende Menschen vertrieben worden, aus der Hauptstadt Bangui hört man täglich Schreckensmeldungen über Massaker an Christen.

Staatsstreiche und Militärrevolten sind in der Zentralafrikanischen Republik – und generell im zentralen Afrika – durchaus üblich. Immer wieder versuchen dort Gruppen, sich Einfluss und Macht zu sichern, wenn es um die reichen Vorkommen an Diamanten, Gold und Uran in dem bitterarmen Land geht. Dass die Konflikte nun aber eine konfessionelle Dimension erreichen, ist neu. Es scheint, als ob überall dort, wo sich der Islam ausbreitet, gleichzeitig auch Gewalt und Terror herrscht.

Christen bilden Bürgerwehren

Die christliche Bevölkerung in der Zentralafrikanischen Republik wehrt sich gegen die Grausamkeiten der muslimischen Rebellen, denn etwa die Hälfte der Einwohner sind Christen. Es gibt immer mehr Bürgerwehren, die sich mutig gegen die blutigen Raubzüge stellen und zur Waffe greifen. Anti-Balaka (Gegen die Macheten) ist eine dieser Gruppen und steht dem gestürzten Präsidenten Bozize nahe. Das größte Problem bleiben aber weiterhin die nahezu durchlässigen Grenzen des Landes. Vor allem aus den Konfliktstaaten Sudan, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo strömen Rebellen in das Land und destabilisieren es zusehends zulasten der Bevölkerung.

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