Neuer Generalsekretär nimmt auf dem ÖVP-Schleudersitz Platz

Man kann sich die Namen kaum merken, die in den letzten sieben Jahren durch die Drehtür der ÖVP-Zentrale in der Wiener Lichtenfelsgasse als Generalsekretäre gekommen und wieder gegangen sind: Reinhold Lopatka, Hannes Missethon, Fritz Kaltenegger, Hannes Rauch und nun Gernot Blümel. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl erinnerte dieses „Kommen und Gehen“ in einer launigen Parteitagsrede gar an das schlüpfrige Gewerbe eines „Laufhauses und der dortigen Freierfrequenz“.

Mit Gernot Blümel soll in der krisengebeutelten ÖVP wieder einmal organisatorisch und programmatisch „alles besser werden“.

Insider mutmaßen, dass es kein Zufall ist, das Blümel aus Niederösterreich kommt. So könnte der Jungpolitiker aus dem Pröll-Land durchaus auch die Aufgabe eines Sachwalters oder zumindest Aufpassers ins Marschgepäck bekommen haben, ist die NÖ-VP tatsächlich doch die einzig noch halbwegs gut funktionierende Landespartei der Schwarzen. Die Steirer Lopatka und Missethon, der Kärntner Kaltenegger oder der Tiroler Rauch sollen jedenfalls allesamt keine sehr große Wertschätzung durch Erwin Pröll aus St. Pölten erfahren haben.

Seit Graff geht es im ÖVP-Generalsekretariat bergab

Auch wenn es die Granden rund um Michael Spindelegger nicht gerne zugeben, seit dem legendären ÖVP-Generalsekretär Michael Graff (1982 bis 1987), der als erfolgreicher Wahlkampfleiter Kurt Waldheim als Bundespräsident in die Wiener Hofburg und die ÖVP nach siebzehn Jahren zurück in die Bundesregierung gebracht hatte, ging es im ÖVP-Generalsekretariat steil bergab. Blümels Tage könnten nach einer verlorenen EU-Wahl am 25. Mai 2014 bereits wieder gezählt sein, da er dann wohl gemeinsam mit seinem Parteiobmann Spindelegger die Lichtenfelsgasse verlassen wird müssen.

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