Blocher kritisiert Lobeshymnen auf Mandela

In den letzten Tagen konnte man der allgemeinen, durch die Bank kritiklosen Mandela-Huldigung in den Medien kaum entgehen. Nahezu keine Zeitung, keine Radio- oder Fernsehstation, die nicht in eine allgemeine „Nelson Mandela-Hysterie“ einstimmte. Ein differenziertes Bild über die durchwachsene Bilanz der letzten beiden Jahrzehnte in Südafrikas Gesellschaft und Wirtschaft verstand kaum ein Medium anzubieten. Auch die Machenschaften des Mandela-Clans wurden weitgehend verschwiegen.

In dieses Vakuum stieß nun der von „politischer Korrektheit“ nicht angekränkelte Schweizer Unternehmer und Politiker Christoph Blocher. Für ihn ist „Mandela weit überschätzt.“

Für Blocher ist Mandela kein politischer Säulenheiliger

Auf seinem „Blocher-TV“ findet er klare Worte, wie von der Schweizer Tageszeitung Blick zitiert: „Mandela hat das schon recht gemacht. Er ging ins Gefängnis, was meistens ein Zeichen ist, das man es ernst meint.“ Aber auch: „Mandela wird vielerorts etwas überschätzt. Wie das so ist: Wenn einer mal etwas gut gemacht hat, gilt alles, was er so macht, als gut.[.] Ich war ja mal bei Mandelas Haus. Der wohnte also schon nicht gerade in einer Wellblechhütte.“

Gleichzeitig fand Blocher auch klare Worte zum Verdienst der Weißen in Südafrika, die – bei aller berechtigter Kritik der seinerzeitigen Apartheid-Politik – Ordnung und Wirtschaft über viele Jahrzehnte aufrecht erhalten haben – auch zu Gunsten der Schwarzen, die wie Blocher betont, auch in der Apartheid-Ära jährlich zu Zentausenden nach Südafrika einwanderten, weil sie dort ein besseres Leben vorfanden als in ihren Heimatländern. Heute hingegen versinkt das von Mandelas Nachfolger Jacob Zuma unter dem Joch des African National Congress (ANC) gehaltene Südafrika in Korruption und Kriminalität. Ein kleiner Kreis von ANC-Machthabern hat es sich gerichtet und beutet Bodenschätze und Bevölkerung aus.

Mandelas Verhältnis zum Kommunismus

Blochers Worte riefen sofort Empörung in Politik und Medien hervor. Ein differenzierter Umgang mit dem Wirken Nelson Mandelas ist im deutschsprachigen Blätterwald nicht vorgesehen. Anders beispielsweise in den USA: In der renommierten New York Times beleuchtet Kolumnist Bill Keller Mandelas Verhältnis zum Kommunismus als wesentliche Einflussgröße auf den von ihm geführten ANC. Auch darauf geht Blocher ein und erklärt, dass Südafrika bei einem früheren Ende der weißen Herrschaft wohl unter sowjetischen Einfluss geraten wäre. Keller drückt es anders aus: Der Zusammenbruch sei der größte Gefallen gewesen, den der Kommunismus Mandela je getan habe. Dadurch konnten sich die letzten weißen Herrscher nicht mehr als notwendige Verbündete des Westens im kalten Krieg darstellen und wussten: Das Spiel ist aus.

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