Erdogan kämpft mit islamistischen Verbündeten um die Macht

Nun ist offensichtlich ein lange unter der Oberfläche schwelender Machtkampf in der Türkei mit voller Wucht ausgebrochen. Der immer autoritärer regierende Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kämpft mit dem extrem islamistischen Flügel in seiner eigenen Regierungspartei AKP um die Macht im Staat. Viele Jahre hatte die sogenannte Gülen-Bewegung die AKP und Erdogan offen unterstützt. Nicht zuletzt durch die Propaganda der Gülen-Bewegung gewann Erdogans Partei alle Wahlen in den letzten zehn Jahren. Jetzt rebelliert aber der extrem-islamistische Flügel gegen den Ministerpräsidenten.

Nun hat sich die Gülen-Bewegung aber offensichtlich von Erdogan „emanzipiert“ und möchte für die Islamisten noch mehr Einfluss im Staatswesen erkämpfen. Repräsentanten der Bewegung in Polizei und Justiz haben nun einen quasi Putschversuch gestartet und insgesamt 84 Personen aus dem Umfeld der Regierungspartei verhaften lassen. Unter den Festgenommenen befinden sich auch drei Söhne von Erdogans Ministern. Die Aktion war offensichtlich ohne Einweihung der Regierungsspitzen erfolgt.

Erdogan nennt Gegner „dunkle Kräfte“

Erdogan nennt seine Gegner „dunkle Kräfte“, die aus dem Ausland unterstützt würden. Besondere Pikanterie in diesem Zusammenhang ist das Faktum, dass der Führer der Gülen-Bewegung, der Prediger Fethullah Gülen, aus den USA operiert. Beobachter der türkischen Szene schließen nicht aus, dass auch die CIA bzw. andere Geheimdienste die Finger im Spiel des türkischen Machtkampfes haben. Bisher hatten die USA Erdogans Regime allerdings ohne Wenn und Aber unterstützt und auch seine islamistischen Tendenzen toleriert.

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