Spendendebakel bei „Licht ins Dunkel“: Einbruch um 20 Prozent

Für die ORF-Hilfsaktion „Licht ins Dunkel“ wurden bis Mitternacht am Heiligen Abend 5,5 Millionen Euro gespendet. Das ist ein sattes Minus von knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem rund 6,8 Millionen zusammengekommen waren. Die Zukunftssorgen der Österreicher wegen der andauernden Wirtschaftskrise und des offensichtlichen Politikversagens für das Minus verantwortlich zu machen, greift wohl zu kurz.

Sicherlich war das Zustandekommen der neuen rot-schwarzen Koalition kurz vor Weihnachten nicht gerade ein Spendenturbo. Die im Volk extrem unbeliebte Neuauflage von Rot-Schwarz wird – so viel wissen die Bürger bereits – wieder massiv in die Brieftaschen der Menschen greifen, um Reformen auch in den nächsten fünf Jahren nicht angehen zu müssen.

Mehr als eine Million für die Verwaltung

Das schwache „Licht ins Dunkel“-Ergebnis ist jedoch auch Ausdruck dessen, dass die Bürger den ORF für die politischen Zustände im Land mitverantwortlich machen und dem Staatsfunk ebenso misstrauen wie der Regierung, an deren Gängelband er hängt.

Dass das Misstrauen berichtigt erscheint, zeigt ein Blick in die Rechenschaftsberichte von „Licht ins Dunkel“. 2010 gab es noch geringfügige mediale Aufregung darüber, dass im Spendenjahr 2008/2009 von 9,4 Millionen Euro 1,12 Millionen oder knapp 12 Prozent nicht in die Projekte zur Unterstützung behinderter oder notleidender Menschen flossen, sondern in die Verwaltung. Heuer blieb es hingegen stumm, obwohl die Verwaltungskosten kaum gesunken sind. Rund 1,05 Millionen Euro betrugen sie. Dank eines höheren Spendenaufkommens waren das 7,7 Prozent des Gesamterlöses.

„Österreicher in Not“ hilft direkt

Immer mehr Menschen achten beim Spenden darauf, dass ihr Geld ohne Umwege und ohne Abzug bei hilfsbedürftigen Menschen ankommt. Dafür sorgt beispielsweise der Verein „Österreicher in Not“, der unter der Leitung von Helmut Günther seit rund zwanzig Jahren dort hilft, wo Menschen unverschuldet in Not geraten sind. Anlass der Gründung war übrigens eine andere ORF-Spendenaktion: „Nachbar in Not“. „Da entstand bei uns die Idee, dass man auch Nachbarn in Not hat, die direkt im Nebenhaus wohnen“, schildert Helmut Günther dem FPÖ-TV-Magazin. Seit Gründung des Vereins wurden rund 1200 Menschen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und dem Erlös von Veranstaltungen unterstützt.

Spenden für „Österreicher in Not“ sind unter Kontonummer 2131021440 (BLZ 12000) möglich.

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