Erdogan tauscht weltweit seine Botschafter

Nach der Säuberung von Armee, Polizei und Justiz geht der immer autoritärer regierende türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan daran, auch die Außenpolitik vollkommen gleichzuschalten. Damit treibt Erdogan seinen “Staatsstreich von oben” weiter. Der Machthaber in Ankara ist nun daran gegangen, ein Neubesetzungskarussell im umfangreichen Botschaftsnetz weltweit zu bewegen. Dies ist ein weiterer Schritt, das über ein Jahrzehnt aufgebaute Machterhaltungssystem zu stabilisieren. So sollen in den USA und in Großbritannien zukünftig neue Botschafter von Erdogans Gnaden die Diplomatie steuern.

Die beiden ehemaligen Botschafter in Japan, Serdar Kiliç und Abdurrahman Bilgiç, werden zukünftig in Washington und London als Vertreter tätig sein. Vor allem auf Bilgiç setzt Erdogan große Stücke, dieser war bisher als Untersekretär für auswärtige Beziehung beim türkischen Geheimdienst tätig.

Erdogan möchte Machterhaltungssystem stabilisieren

Mit dieser Restrukturierung der Macht möchte Erdogan nun offensichtlich die aufgebrochenen Risse durch den immer weitere Kreise ziehenden Korruptionsskandal in der Türkei kitten. Die Herrschaftserhaltung in der Türkei funktionierte seit vielen Jahrhunderten immer auf dem “Dreibein” Politik, Wirtschaft und Religion. Lediglich der legendäre Staatsreformer Atatürk hatte den Islam zurückgedrängt.

Auch der amtierende Ministerpräsident Erdogan kam auf diesem Dreibein an die Macht, musste im letzten Jahrzehnt jedoch Korruption und Vetternwirtschaft als Gegenleistung akzeptieren, ja sogar protegieren. Nun holt dieses System Erdogan ein und er muss mit brutaler Macht gegensteuern um sich gegen seine früheren Verbündeten unter den Fundamentalislamisten zu behaupten.

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