Ehemaliger ZIB-Moderator wird Spitzenkandidat der SPÖ

Dass der ORF in Wirklichkeit als Parteiorgan der SPÖ dient und nicht als Bildungsrundfunk, ist mittlerweile allseits bekannt. Darum scheut man auch gar nicht mehr davor zurück, ehemalige Funktionsträger verdeckt in die Partei oder umgekehrt in der ORF zu schleusen, es geschieht in aller Öffentlichkeit. Wie der Kurier nun berichtet, soll der Ende des vergangenen Jahres vom ORF frühzeitig in Pension verabschiedete ehemalige ZIB-Moderator Eugen Freund als SPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Parlamentswahlen ins Rennen geschickt werden. Angesichts der farb- und inhaltslosen Politcharaktere innerhalb der SPÖ mutet dieses Vorgehen wie eine Verzweiflungstat der Sozialdemokraten an. Faymanns restliches Team für die Parlamentswahlen soll aus Evelyn Regner und Jörg Leichtfried bestehen, welche bereits als Europaparlamentarier tätig sind.

Der Vorsitzende der europäischen Sozialdemokraten, Hannes Swoboda, bestätigte bereits kurz vor einer Plenarsitzung in Straßburg die Nominierung Freunds als Spitzenkandidat für die SPÖ mit verhaltenen Worten, er “akzeptiere diese Entscheidung. Insgesamt wird das ein gutes Team werden”. Was einen ehemaligen Zeit-im-Bild-Moderator allerdings für einen Posten im EU-Parlament als Vertreter österreichischer Interessen qualifiziere, vor allem in Bezug auf politische Kompetenzen, dürfte in der SPÖ-Parteizentrale niemanden interessieren. Vielmehr dürfte es um den Bekanntheitsgrad des Spitzenkandidaten und weniger um Inhalte gehen.  

Freund hat prominente Vorgänger

Eugen Freund ist durchaus nicht der erste Journalist des ORF, welcher direkt nach seiner Tätigkeit dort in die Politik wechselte. Bereits im Jahr 2002 übersiedelte Josef Broukal, auch ehemaliger ZIB-Moderator, vom ORF direkt in die SPÖ als Wissenschaftssprecher und blieb Nationalratsabgeordneter bis zum Jahr 2008. Aber auch die aktuelle Bezirksvorsteherin der Innenstadt, Ursula Stenzel (ÖVP), klinkte sich direkt nach ihrer Karriere beim ORF in den EU-Wahlkampf der Volkspartei ein.

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