Ex-IWF-Ökonom Stiglitz sieht Euro-Einführung als Fundamentalfehler

Aus berufenem Expertenmund kommt nun scharfe Kritik am Euro und der derzeitigen Währungspolitik der EU. Joseph Stiglitz, Ex-IWF-Ökonom und Nobelpreisträger, bezeichnete die Euro-Einführung bei der Veranstaltung „Globale Finanz-Krise: Auswirkungen auf die Wirtschaften der Entwicklungsländer“ als währungs- und wirtschaftspolitischen Fundamentalfehler . Während die tatsächlichen Strukturprobleme nicht gelöst würden, laviere man nach Ansicht von Stiglitz in der Währungspolitik herum. Deshalb sind für ihn die Aussichten für Europa insgesamt düster.

Vor allem die bewusst positiv gehaltenen Wirtschaftsprognosen seiner ehemaligen Wirkungsstätte, des IWF, werden von Stiglitz keineswegs geteilt. Während der  IWF für die Euro-Zone heuer einen BIP-Zuwachs von einem Prozent erwartet, hält Stiglitz dies für weit überhöht. So seien laut Stiglitz die IWF-Prognosen regelmäßig optimistisch angesetzt.  Der Parade-Ökonom rechnet selbst nur mit rund 0,2 Prozent Wachstum in der Euro-Zone.

Neuordnung der Euro-Zone ist einziger Ausweg aus der Krise

Für Stiglitz ist eine nachhaltige Neuordnung der Euro-Zone der einzige Ausweg aus der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise. Gegenüber der Economic Times findet der Ökonom Stiglitz klare Worte: „Die europäischen Politiker konzentrieren sich nur auf die Sparpolitik und gehen die strukturellen Probleme Europas, die von seiner fehlerhaften institutionellen Gestaltung stammen, im Schneckentempo an. Kein Wunder, dass die Aussichten für Europa so düster sind. In Europa ist das fundamentale Problem, dass der Euro ein Fehler war. Und die Anführer von Europa haben noch nicht herausgefunden, was sie mit diesem Fehler machen sollen. Was nötig ist, ist eine Neuordnung der Euro-Zone und das ist sehr schwierig.“

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