Islamische Separatisten kämpfen für ein eigenes Emirat

Islamistisch motivierte Unruhen in der südrussischen Kaukasus-Region nehmen kurz vor der Eröffnung der olympischen Winterspiele in Sotschi immer mehr Überhand. Nach mehreren Anschlägen in Wolgograd und den Unruheregionen Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan veröffentlichten nun Islamisten ein neues Video, in dem sie mit Anschlägen auf die Besucher der Olympischen Spiele drohen. Es ist ein weiteres Indiz dafür, dass die kaukasischen Islamisten zu den gefährlichsten jenseits des Nahen Ostens zählen, zahlreiche von ihnen kämpfen ja aktuell an der Seite des Al-Kaida-Ablegers „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ im syrischen Bürgerkrieg.

Auch im Nordkaukasus tobt seit Jahren ein erbitterter und blutiger Bürgerkrieg zahlreicher Islamisten für eine Loslösung von Russland und der Errichtung eines „Kaukasischen Emirats“ mit der Scharia als Rechtsgrundlage. Nach der Ermordung zahlreicher islamistischer Führungspersonen in den Jahren zwischen 2000 und 2008 durch russische Spezialeinheiten konnte sich zuletzt der ehemalige Tschetschenien-Kriegsveteran Doku Umarow an der Spitze der Separatisten etablieren.

Islamisten aus dem Kaukasus gelten als äußerst brutal

Über Doku Umarow selbst ist wenig bekannt. Er soll irgendwann in den 1960er Jahren geboren worden sein, in Moskau studiert und beim ersten Tschetschenien-Krieg 1994 sowie beim zweiten im Jahr 2000 gegen das russische Militär gekämpft haben. Seitdem stieg er in der Karriereleiter der Separatisten-Führer im Kaukasusgebiet rasch auf und rief im Jahr 2007 sogar einseitig das „Kaukasische Emirat“ mit ihm als Emir aus. Umarow übernahm für zahlreiche grausame Anschläge, darunter auf die U-Bahn und den Flughafen in Moskau, die Verantwortung. Auch bei einem der schlimmsten Terrorakte in Russland, der Geiselnahme von Beslan, bei der über 330 Menschen ums Leben kamen, die meisten davon Kinder, soll Doku Umarow persönlich beteiligt gewesen sein. Mehrere Überlebende identifizierten ihn später als einen der Geiselnehmer. Seine sogenannten „Smertnicy“, also Selbstmordattentäter, überziehen seitdem das Land mit Terror.

Immer öfter, so auch in Wolgograd, sollen diese Anschläge von sogenannten „schwarzen Witwen“ verübt werden. Dies sind Frauen getöteter Islamisten, die so den Tod ihrer Männer rächen wollen. Dass Umarow per Videobotschaft gedroht hat, die Olympischen Winterspiele mit „Blut und Tränen“ zu überziehen, dürfte angesichts der blutigen Historie seiner Terrororganisation „Kaukasus-Emirat“ keine leere Drohung bleiben. Auch ein Dorn im Auge des Islamistenführers ist der Putin-treue Tschetschenen-Präsident Ramsan Kadyrow, welcher verstärkt gegen die Separatisten vorgeht.

Finanzierung der Separatisten aus Österreich

In den zahlreichen Videobotschaften der Islamisten sind sie oft in den weitläufigen und unüberblickbaren Wäldern Südrusslands zu sehen, wo sie schwer bewaffnet für den Terrorkampf trainieren. Das wirft die Frage nach der Finanzierung der teilweise stark verarmten Tschetschenen auf. Eine Antwort darauf kommt aus Österreich. Die zahlreichen tschetschenisch-stämmigen Asylanten im Land dürften den Terror Umarows finanzieren. So berichtete der Kurier im Oktober, dass eine Tschetschenin aus St. Pölten nach Ermittlungen des Verfassungsschutzes zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt wurde, weil sie mehrere tausend Euro an die Terrororganisation überwiesen hat. Der Fall ist besonders prekär, da die Frau und ihr Ehemann beide arbeitslos sind. Somit wirft sich die Frage auf, woher das Geld für die Terroristen kam. Wurden gar mit österreichischen Sozialleistungen kaukasische Terroristen finanziert? Die 40-jährige Frau bestritt hingegen ihre Sympathien für den Terror-Paten Umarow erst gar nicht. „Ich bete für ihn“, soll sie gesagt haben. Die Gebete dürften aber nicht erhört worden sein.

Letzten Meldungen zufolge wurde Doku Umarow von Spezialeinheiten getötet. Man hat interne Gespräche der Islamisten abgefangen, bei denen über seine Nachfolge beraten wurde. Die Meldung ist aber nicht zu hundert Prozent sicher, da seine Leiche noch nicht gefunden wurde. Es könnte auch ein taktischer Schachzug der Islamisten sein.

Es bleibt abzuwarten ob die Olympischen Winterspiele in Sotschi friedlich verlaufen oder blutig enden werden.

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