Wilhelm Hankel: Ein Kämpfer gegen den Euro ist nicht mehr

In einer Zeit, in der Europa von charakterlich und intellektuell höchst überschaubaren Menschen  regiert, gemanagt und verspekuliert wird, ist es umso schmerzlicher, vom Ableben eines der ganz Großen zu berichten. Professor Wilhelm Hankel ist nicht mehr. Der große alte Mann der Währungswissenschaft ist vor wenigen Tagen für immer von uns gegangen.

Begonnen hat Hankel seine beeindruckende und abwechslungsreiche Karriere in der Bank deutscher Länder, er war die rechte Hand von Wirtschaftsminister Karl Schiller, hat im Auswärtigen Amt gearbeitet, war Direktor (und sicher kein CEO) der Helaba und Professor in Harvard und Georgetown (Washington). Er hat gut zwei Dutzend Länder in Währungsfragen beraten. Sein Meisterstück lieferte der Professor mit der „Erfindung“ des Bundesschatzbriefes – von ihm selbst liebevoll Schätzchen genannt. Das Schätzchen war der Mercedes unter den konservativen Anlagen und überdauerte im Gegensatz zu anderen Finanzprodukten Jahrzehnte, bis es vor rund zwei Jahren von der Bundesregierung entsorgt wurde.

Finanzwissenschaft und Humanismus

Obwohl das Leben des Altmeisters von der Wissenschaft vom und um das Geld geprägt war, hat dieser trotz weit verbreiteter gegenteiliger Meinung bewiesen, dass man auch in diesem Metier feinfühlig, tiefsinnig und mit Bedacht vorgehen kann. Wie kein anderer hat er die kalte Wissenschaft vom Geld mit dem Anspruch einer humanistischen Gesellschaft verbinden können.

Nicht zuletzt deshalb widmete Hankel seine letzten Jahre dem Kampf gegen den Euro und dessen furchtbare und entdemokratisierende Folgen. Der Streitbare brachte zwei Klagen (Euro 1998, ESM 2012) beim Bundesverfassungsgericht ein, wohl wissend, dass er gegen die Europavereinigungs- und Umverteilungslobby auch vor einem angeblich neutralen Gericht nur geringe Chancen hatte.

Den Mächtigen unbequem

Hankel war den Menschen, den Wissbegierigen und Interessierten, ein sehr guter Zuhörer und Lehrer. Den Mächtigen aus Politik und Finanzwelt war er stets unbequem, besonders wenn diese in ihrem Tun den Profit vor die Interessen des Volkes gestellt haben.

Unzensuriert.at gab Professor Hankel im Juli 2012 ein großes Interview. Seine Kernaussagen haben bis heute ihre Gültigkeit und Aktualität nicht eingebüßt:

 

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