Islamisches Recht macht auch vor geistig behinderten Menschen nicht Halt

Im streng islamischen Pakistan sorgt ein besonders tragischer Fall der Rechtsauslegung nach der „Scharia“ für Aufsehen. Ein pakistanisches Gericht soll einen geistig verwirrten Mann zum Tode verurteilt haben, weil dieser sich selbst als „Prophet“ bezeichnet hat. Ähnliche Urteile sind in Pakistan keine Seltenheit. Immer wieder werden Menschen, die nicht mit den strengen Regeln des Islam konform gehen, zum Tode verurteilt, oft auch Menschen die geistig behindert oder noch minderjährig sind.

Der britische Staatsbürger Mohammad Asghar wurde demnach bereits 2010 verhaftet, nachdem er selbstverfasste Briefe, in denen er sich als „Heiliger“ und „Prophet“ bezeichnet, an diverse Behörden verschickt hatte. Ein Polizeioffizier ließ ihn schließlich festnehmen. Laut seinen Anwälten ist Asghar aber geistig verwirrt, also unzurechnungsfähig. Das interessierte aber das pakistanische Gericht in Rawalpindi nicht, denn seine Anwälte wurden nicht zugelassen, stattdessen wurden dem verwirrten Mann staatliche Rechtsvertreter zugeteilt. Auch diese Praxis ist üblich in Pakistan. Um möglichst wenig Aufmerksamkeit und Wiederstand zu erregen, werden sogenannte „Blasphemie-Fälle“, also wenn jemand den Islam verunglimpft, hinter verschlossenen Türen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehandelt.

Eine objektive Untersuchung des Geisteszustandes wurde von den Richtern ebenfalls abgelehnt. Staatliche Mediziner attestieren Asghar hingegen psychische Stabilität. Erschwerend kommt hinzu, dass vier Polizisten gegen ihn ausgesagt haben.

Blasphemie-Gesetze zielen vor allem auf Christen ab

In Pakistan sind ca. 97 Prozentder Bevölkerung muslimischen Glaubens. In vielen Gebieten, allen voran im Grenzgebiet zu Afghanistan, herrscht das islamische Gesetz der Scharia. Durch die sogenannten „Blasphemie-Gesetze“ ist es möglich, jeden Menschen bei einer Verunglimpfung des Islams mit der Todesstrafe zu richten. Genutzt wird das Gesetz freilich oft, um christliche und andere religiöse Minderheiten zu unterdrücken und zu drangsalieren. Ein Beispiel dafür war im Jahr 2012 die junge Christin Rimsha Masih, die wegen Blasphemie verhaftet wurde und für mehrere Wochen in einem Hochsicherheitsgefängnis festgehalten wurde. Nach bekannt werden des Falles wurde sie schließlich freigelassen und wanderte mit ihrer Familie nach Kanada aus.

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