„Wehret den Anfängen!“ – Norbert Steger zur Verharmlosung linker Krawalle

Vielen Bürgern wurde in den letzten Tagen die Augen geöffnet. Die gewalttätigen Proteste gegen den Akademikerball zeigen deutlich, von welcher Seite in Österreich Gefahr für Demokratie und Grundrechte ausgeht. Schrittweise wird sichtbar, wie tief linke Parteien – allen voran die Grünen – in diese Machenschaften verstrickt sind.

Kurier sieht Schuld bei Ballveranstaltern

Dennoch gefallen sich manche Journalisten nach wie vor dabei, den Veranstaltern und Gästen des Akademikerballs zumindest eine Teilschuld an den Vorfällen zu geben. Kurier-Journalist Hannes Uhl tut dies unter dem Titel „Man erntet, was man sät“. Die Kernaussage der Glosse:

Wundern darf sich darüber niemand. Wenn man die Hofburg und den Heldenplatz, so symbolträchtige Orte im Herzen der Republik, einem Treffen deutschtümelnder Ewiggestriger zur Verfügung stellt, wird das international mit einem Naserümpfen quittiert. Als Folge setzt ein Demonstrations-Tourismus ein, der Wien eben jene Chaoten beschert hat, die nur um der Randale willen anreisen.

Der frühere freiheitliche Vizekanzler Norbert Steger reagierte auf den Kommentar mit einem an Uhl gerichteten scharfen Schreiben, das er auch Unzensuriert.at zur Verfügung gestellt hat. Wir veröffentlichen es in voller Länge:

Geehrter Herr Uhl!

Ihre heutige Glosse ist nicht nur für mich empörend:

Ich sage Ihnen: Wehret den Anfängen!

Genauso wie Sie haben Journalisten in der NS Zeit argumentiert. So wurde – mit der Volksmeinung – argumentiert, als mein Großvater und seine Frau nach „berechtigter Empörung der Bevölkerung“ in eine Sammelwohnung im 2. Bezirk verbracht wurden. Vorher wurden auch bei ihm Scheiben eingeschlagen und sein Vermögen gestohlen.

Später starben beide unter menschenunwürdigen Umständen in Theresienstadt. Aber nach der damaligen Diktion war mein Großvater ja kein gleichberechtigter Mensch. „Warum musste er auch Banker werden und ein Palais auf geschichtsträchtigem Boden besitzen“? Und warum musste meine Großmutter die Anständigen so provozieren und aus Protest gegen die Machtergreifung der NSdAP zum Judentum übertreten? Sie musste daher belehrt werden, was „berechtigter Volkszorn“ ist!

Ähnliche Gedanken vertreten Sie – hoffentlich unbewusst – und übersehen, dass freie Meinung und Versammlungsfreiheit unteilbare Menschenrechte für Linke und für Rechte bleiben müssen, wenn wir die Demokratie behalten wollen! Und Sie übersehen, dass der Mob, den Linke und Grüne herbeigeschrieben haben, seinerzeit natürlich bei der SS, SA oder der GESTAPO gewesen wäre,  um seine menschenverachtende Haltung legal ausüben zu können!

Außerdem verwahre ich mich dagegen, dass Sie alle Ballteilnehmer – und damit auch Teile meiner Familie –  als „deutschtümelnde Ewiggestrige“ bezeichnen, die an geschichtsträchtigen Orten nichts verloren haben.

Solche Pauschalierungen gegenüber einer FPÖ-Veranstaltung sind ziemlich dumm. Sie nützen vor allem jenen Linken, denen Sie Unterstützung geben wollen, gar nicht. Zumindest wäre es daher klüger gewesen, einige Tage zu schweigen.

Wenn Sie ein guter Journalist sein wollen, dann vermeiden Sie auf einem Auge blind zu sein! Jedenfalls werde ich den Kurier nicht mehr kaufen. Denn ich will nicht lesen müssen, dass meine Tochter einer „unwerten“ Gruppe von Menschen angehört. Außerdem übersehen Sie bewusst, dass der gewalttätige Mob nicht nur aus dem Ausland war. Schon in den letzten Jahren gab es mehrfach durch Gewaltexzesse verletzte Ballgäste.

Denken Sie daher über Ihre Verhetzung nach! Sie schadet uns allen, ob rechts oder links.

Hochachtungsvoll
Dr. Norbert Steger
Vizekanzler a. D.

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