Akademikerball bereitet Fischer „oft Sorgen“ und ein „gewisses Unbehagen“

Bundespräsident Heinz Fischer ist allen Ernstes für einen Ortswechsel des Akademikerballs. Solche Gewaltszenen, wie es sie rund um den von der FPÖ veranstalteten Ball in der Hofburg gegeben hat, wolle er nicht in Wien haben. Der Ball hätte ihm, Fischer, in der Vergangenheit „oft Sorgen“ oder ein „gewisses Unbehagen“ bereitet, aber rechtlich gesehen gebe es keine Art von Bannmeile um die Amtsräume des Bundespräsidenten.

Böse Zungen könnten nun zum Schluss kommen, dass der Bundespräsident die Hose voll hat und die Prügelszenen und Übergriffe auf die Polizei nicht in der Nähe seines Amtssitzes haben möchte. So nach dem Motto: „Schlagt euch ruhig die Schädel ein, aber bitte nicht in meiner Nähe.“ Tatsächlich hält der Bundespräsident die Veranstaltung des Akademikerballs „an anderem Ort für weise“. Wo also bitte schön, soll der Akademikerball dann stattfinden? In Klagenfurt, in Linz, in Graz oder in Bregenz? Zwar lehnt Fischer in einem APA-Interview „jede Gewalt dieser Art ab“, doch vermisst man von einem angeblich unabhängigen Staatsoberhaupt die Bemerkung, dass auch ein von den Freiheitlichen durchgeführter Ball die Möglichkeit bekommen müsse, ohne linksextreme Gewalt als „Begleitmusik“ über die Bühne zu gehen. Und dass die Ballbesucher das Recht haben, von der Staatsgewalt beschützt zu werden.

Gewaltszenen in die Bundesländer exportieren

Zu diesen Aussagen kann sich Fischer aber nicht durchringen. Da empfiehlt er den Veranstaltern lieber, irgendwo anders in Österreich den Akademikerball durchzuführen, denn „Auslagenscheiben wahllos und sinnlos einzuschlagen oder Autos umzuschmeißen, das sind Gewaltszenen, die ich in Wien nicht sehen möchte“. Wenn der Bundespräsident diese „Gewaltszenen“ nun in die Bundesländer exportieren möchte, werden sich die betroffenen Bürger bei ihm schön bedanken. Einem Staatsoberhaupt würdiger wäre es vielmehr, wenn er die Ursache des Problems, die gewalttätigen Demonstranten, bekämpfen würde.

Fischers Aussagen „unnötig wie ein Kropf“

Der Generalsekretär der FPÖ, Herbert Kickl, sagte in einer Reaktion, dass der Akademikerball auch in Zukunft in der Hofburg stattfinden werde. Fischers Aussagen seien „unnötig wie ein Kropf“, so Kickl in einer Aussendung. Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) hält den Akademikerball in keiner Weise für eine Provokation. „Es ist ein Ball, nicht mehr und nicht weniger“, sagte er. Für die Ausschreitungen bei den Gegendemonstrationen macht er die Grünen mitverantwortlich – und auch Parteichefin Eva Glawischnig trage Verantwortung, sagte er. Die Gewalt bei den Demonstrationen verurteilt der Dritte Präsident: „Was da rund um den Ball passiert ist, ist schon ein echter Schaden. Es lebt die Demokratie vom Spannungsfeld der Meinungen. Auch eine Demonstration ist vollkommen in Ordnung. Wenn es aber solche Ausmaße annimmt, dass da wirklich Gewalt im Spiel ist, dann ist eine Grenze überschritten, die nicht toleriert werden kann.“ Wenn Leute Angst haben, zum Ball zu gehen, „da hört sich der Spaß auf“.

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