Internationaler Konzern lässt Paprika-Patent gegen Landwirte schützen

Einen neuen Anschlag auf die freie Landwirtschaft hat ein internationaler Saatgut-Konzern aus der Schweiz verübt. Das Basler Unternehmen Syngenta ließ sich eine Paprika-Sorte international mit einem eigenen Patent schützen. Ursprünglich waren diese Paprika „wild“ und stammten aus Jamaika. Durch Züchtungen wurden sie durch Syngenta auf „Insektenresistenz“ adaptiert, nun soll es einen weltweiten Schutz für diese Paprikasorte geben. Landwirte werden dadurch rund um den Erdball von Syngenta abhängig. Baut ein Landwirt eine ähnliche Frucht an oder züchtet er diese weiter, dann könnte ihn der Unterlassungs- und Schadenersatzanspruch des Weltkonzerns mit voller Härte treffen.

Dagegen organisiert sich jetzt Widerstand. 32 Bauern-, Züchter-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen aus 26 Ländern wehren sich gegen diese Welt-Hegemonie des Schweizer Konzerns. Sie haben beim Europäischen Patentamt Einspruch gegen das Paprika-Patent erhoben. „Patente auf Pflanzen, die auf konventioneller Züchtung beruhen, sind nicht nur ethisch fragwürdig, sie verstärken auch die Konzentration im Saatgutmarkt, behindern Innovationen und sind somit ein Risiko für unsere Ernährungssicherheit“, sagt Christoph Then von der internationalen Vereinigung „Keine Patente auf Saatgut!“.

Monsanto breitet sein Saatgut-Monopol immer weiter aus

Der US-amerikanische Konzern Monsanto breitet indessen sein Saatgut-Monopol weltweit immer weiter aus. Dazu dienen ihm Freihandelsabkommen aber auch die Höchstgerichte. Im Jahr 2013 hatte der Agrarkonzern vor dem Oberste Gerichtshof der USA einen aus seiner Sicht wichtigen Etappensieg errungen. Ein Farmer aus dem Bundesstaat Ohio hatte gegen das Saatgut-Monopol verstoßen, indem er „widerrechtlich“ Sojabohnen-Saatgut von Monsanto mit anderem Saatgut gekreuzt und somit weitergezüchtet hatte. Das wurde ihm untersagt und er musste 85.000 Dollar Strafe zahlen.

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