Grüne Gruppen solidarisch mit „Schwarzem Block“

Auch in Linz wurde gegen einen studentischen Ball demonstriert. Wie am 24. Jänner in Wien gegen den Akademikerball mobilisierten verschiedenste linke Gruppen am 8. Februar in Linz gegen den Burschenbundball – mit einem Unterschied: Während in Wien der vermummte „Schwarze Block“ einen der Demozüge anführte und – begleitet von der ehemalige ÖH-Vorsitzenden Janine Wulz (Grüne und alternative Studenten – GRAS) – die Innenstadt massiv verwüstete, wurden die als gewalttätig bekannten Schwarzgekleideten in Linz von den übrigen Linken geschnitten und aus dem Demozug aussortiert. Sie trabten, durch eine Kette von den übrigen Demonstranten getrennt, der Kundgebung hinterher.

Zwar bemühten sich gerade die Fürsprecher der Vermummten festzuhalten, dass im offiziellen Demonstrationszug trotzdem Feuerwerkskörper gezündet wurden, eine Gewaltorgie wie in Wien blieb jedoch aus. Dies wohl auch, weil manche Gruppierungen – etwa die Gewerkschaftsjugend – genau auf die Abgrenzung von potentiellen Gewalttätern geachtet hatten, die so keine Chance hatten, im Kreise der friedlichen Aktivisten „unterzutauchen“, wie sie es in Wien getan hatten.

Grünes Murren über „Entsolidarisierung“

Doch nicht alle sind zufrieden mit der Abgrenzung gegen Gewalt. Insbesondere Organisationen aus dem Umfeld der Grünen beklagen, dass „präventiv Demonstationsteilnehmer*innen aufgrund ihrer Kleidung kriminalisiert und vorverurteilt“ worden seien – so begründen die GRAS Linz ihren Austritt aus dem Bündnis „Linz gegen Rechts“. Es habe eine „Entsolidarisierung mit bestimmten Antifaschist*innen“ stattgefunden. Ähnlich die Grünalternative Jugend (GAJ) aus Freistadt, die ebenfalls das Bündnis verließ: „Wir sind entsetzt, dass der, vermutlich nicht meinungskonforme, zu „radikale“, antinationale Block anscheinend aktiv an der Teilnahme gehindert wurde, und möchten auf diesem Weg den Aktivistinnen und Aktivisten unsere Solidarität bekunden.“

Auf der linksextremen Plattform Indymedia, die gerne als Medium für Bekennerschreiben zu gewalttätigen Anschlägen genutzt wird, wird der Debatte breiter Raum gegeben. In einem unter dem Pseudonym „Böse Autonome aus Linz“ verfassten Artikel werden die von der Gewerkschaftsjugend gestellten Demo-Ordner durch Veröffentlichung zahlreicher Fotos an den Pranger gestellt.

Debatte trennt Spreu vom Weizen

Innerhalb der zerklüfteten linken bis linksextremen Szene, die Antisemiten ebenso beherbergt wie Antideutsche und die nur zu ganz wenigen Anlässen Einigkeit zeigt, könnte die Debatte zu einer Trennung der Spreu vom Weizen führen. Einige Organisationen scheinen nicht mehr gewillt, den fast immer strafrechtlich auffälligen „Schwarzen Block“ als Verbündeten zu dulden. Dazwischen stehen jene, die Gewalt zwar nicht unbedingt selbst ausüben, aber zumindest kein besonderes Problem damit zu haben scheinen. Dass offenbar weite Teile der Grünen in diesem Dilemma gefangen sind, wirft kein gutes Licht auf die demokratische Verfasstheit dieser Partei.

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