Keine Überparteilichkeit: ÖGB-Pressemann auch für rote Fraktion tätig

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) betonte vor wenigen Tagen in einer Presseaussendung seine Überparteilichkeit: “Wir bekennen uns zu Überparteilichkeit, sind unabhängig von politischen Parteien, aber parteiisch im Interesse der ArbeitnehmerInnen.”

Hintergrund waren Medienberichte darüber, dass die ÖGB-Zeitung Solidarität, die von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) im Jahr 2013 10.000 Euro in Form von Werbeeinschaltungen erhalten haben soll, als rotes Parteiblatt bezeichnet wurde. Das Blatt sei eine “rote Gewerkschaftszeitung”, hieß es. Nach derzeitigen Recherchen muss sich aber der ÖGB diese Kritik gefallen lassen, weil er die proklamierte Überparteilichkeit – gerade im Medienbereich – tatsächlich nicht lebt.

Pressemann für AK, ÖGB und rote FSG?

In zahlreichen Presseaussendungen des ÖGB wird als Rückfragehinweis “ÖGB-Kommunikation Franz Fischill” angeführt. Allerdings scheint Franz Fischill ebenso auf Presseaussendungen der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) mit dem Rückfragehinweis “FSG-Wien-Presse Franz Fischill” auf. Wobei Fischill in einer FSG-Aussendung sogar seine Mailadresse des Gewerkschaftsbundes angibt. Auch wenn die rote FSG im ÖGB eine Übermacht hat, so ist der ÖGB nach wie vor nicht ihr Eigentum. In einer aktuellen Presseaussendung der FSG scheint als Rückfragehinweis sogar die Pressestelle der Wiener Arbeiterkammer auf, auch hier in der Person des Franz Fischill, allerdings auch hier mit seiner ÖGB-Mailadresse.

Bei wem ist der Pressemitarbeiter nun wirklich angestellt? Seinen Arbeitsplatz hat er laut diverser Pressedienste im als “Catamaran” bekannten Gebäudekomplex, der die Adresse Johann-Böhm-Platz 1 hat. Darin befinden sich nicht nur der ÖGB, sondern sieben weitere Gewerkschaften wie die GPA-DJP, die GÖD oder die GDG-KMSFB. Doch auch die eindeutig rote Fraktion FSG hat ihren Sitz im Catamaran. Sitzt nun Fischill im Büro des ÖGB oder der FSG?

Freiheitliche Arbeitnehmer fordern Aufklärung

Überall dort, wo Rot über absolute Mehrheiten verfügt, scheinen die Funktionen von Parteien und überparteilichen Trägern zu verschmelzen. Was nun den ÖGB und die FSG betrifft, fordert der Bundesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA) und Spitzenkandidat für die Wiener AK-Wahl, Bernhard Rösch, Aufklärung, ob es Verflechtungen im Catamaran gibt. Sollte dort etwa die FSG günstig oder gar gratis logieren, wäre das wohl die Spitze eines roten Eisbergs.

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