Misstrauens-Votum des Burgtheaters gegen Hartmann und Springer

Jetzt probt man Revolution auf den Brettern des Wiener Burgtheaters. Das Ensemble der „Ersten Deutschen Sprechbühne“ inklusive Technik- und Verwaltungspersonal hat in einer Vollversammlung am 14. Februar Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann und dem Chef der Bundestheater-Holding, Georg Springer, mit Zweidrittelmehrheit das Misstrauen ausgesprochen. Vordergründig entzündete sich der Konflikt an der Entlassung der früheren kaufmännischen Direktorin Silvia Stantejsky, der durch Hartmann und Springer die Verantwortung an schweren finanziellen Unregelmäßigkeiten zugeordnet wird.

Dazu kommt ein zu verantwortendes Defizit des Burgtheaters für 2013 im Ausmaß von 8,3 Millionen Euro, das ebenfalls ein Ausfluss der finanziellen Intransparenz und Amateurhaftigkeit der kaufmännischen Gebarung sein soll. Insgesamt fühlt sich die Burgtheater-Mannschaft von der seit Jahrzehnten in sozialdemokratischer Hand befindlichen Verwaltung in Ministerium und Bundestheater-Holding im Stich gelassen.

Wollen Burg-Schauspieler nicht länger politische Statisten sein?

Über viele Jahrzehnte hinweg waren Burg-Schauspieler politische Statisten der Kulturverwaltung gegen alles, was nicht linksgerichtet war. Unter sozialdemokratischen Kulturministern funktionierte das Ensemble, wenn es darum ging, sich in politischen Personenkomitees für rote Bundeskanzler oder Bundespräsidentschaftskandidaten zu versammeln. Dazu kamen Pflichtauftritte, wenn ein von oben angeordneter „antifaschistischer Rummel“ angesagt war.

Nun, bei anhaltend knappen Kassen, erinnert man sich offensichtlich eines Bert-Brecht-Spruchs aus der Dreigroschenoper: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!“

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