Kommissionspräsident gegen EU-Mitgliedschaft der Schotten

Mächtig Stimmung gegen die Unabhängigkeitsbewegung der Schotten macht EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Sollten die Schotten am 18. September 2014 mehrheitlich für die Unabhängigkeit ihres Landes von Großbritannien stimmen, dann sieht Barroso wenig Chancen auf einen Verbleib in der Europäischen Union. Laut dem Kommissionspräsidenten würden die Schotten ihre EU-Mitgliedschaft nach einem Ausscheiden aus dem britischen Staatsverband „automatisch“ verlieren und müssten um den EU-Beitritt neu ansuchen.

Für Barroso wäre ein solches Beitrittsansinnen „extrem schwierig, bis unmöglich“, wie er nun wiederholt in der Öffentlichkeit betont hat. Er setzt hier vor allem auf die Spanier, die einen Beitritt eines unabhängigen Schottlands durch ein Veto verhindern könnten.

Zentralistische Spanier könnten Barroso zur Hilfe eilen

Und tatsächlich könnten die Spanier Barroso und damit indirekt auch London zur Hilfe eilen. Es streben ja nicht nur die Schotten gegen den Londoner Zentralismus nach Unabhängigkeit, sondern auch die Katalanen gegen Madrid. Und genau hier setzt Barroso mit seiner Propaganda an. Da die rot-schwarzen Eliten in Spanien keinen Präzedenzfall für Katalonien schaffen wollen, sollen sie sie sich bereits jetzt gegen die schottische Unabhängigkeitsbewegung in Stellung bringen.

Die Führer der Schottischen Nationalpartei (SNP) wie etwa der schottische Finanzminister John Swinney halten die Äußerungen von Barroso für nicht stichhaltig. Edinburgh seit laut Swinney bisher von keinem EU-Mitgliedsland mit der „Vetokeule“ bedroht worden.

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