Qatar Airways: Katastrophale Arbeitsbedingungen für Flugbegleiter

Qatar Airways zählt zu den renommiertesten Fluglinien im arabischen Raum. Die Airline, welche ihre Basis am Flughafen Doha hat, ist seit dem Jahr 2013 Mitglied der Luftfahrtallianz „oneworld“. Luxus für die Passagiere steht für die Fluglinie an oberster Stelle. Sie ist eine der wenigen Gesellschaften, die durch die subjektiven Passagierbewertungen bei „Skytrax“ mit fünf von fünf Sternen ausgezeichnet wurden.

Fünf Sterne nur für Passagiere

Anders sieht es für die rund 30.000 Beschäftigten bei der Fluglinie aus. Ganz besonders schlimm dürfte es für die Flugbegleiter sein, wie aus einer Reportage der schwedischen Zeitung Expressen hervorgeht.

Die Flugbegleiter werden bei sogenannten „Open Days“ auf der ganzen Welt rekrutiert. Auch im deutschsprachigen Raum finden diese Selektionen laufend statt. Wird das Auswahlverfahren positiv absolviert, können sich die Mitarbeiter auf katastrophale und unmenschliche Arbeitsbedingungen im arabischen Emirat einstellen. Das Unternehmen greift massiv in das Privatleben der Mitarbeiter ein. Diese müssen beispielsweise ein Versprechen abgeben, dass sie in den nächsten fünf Jahren nicht heiraten. Möchte man sich trotzdem verehelichen, braucht man die persönliche Einverständniserklärung vom Chef der Luftlinie, Akbar al-Baker.

Unzählige Verbote und Verhaltensregeln

Des Weiteren gibt es eine Reihe von Verboten und Verhaltensregeln, die zu jeder Zeit strikt beachtet werden müssen. Wer sich nicht daran hält, muss mit der sofortigen Kündigung und Aufhebung des Arbeitsverhältnisses rechnen.

Untergebracht werden die Flugbegleiterinnen in eigenen Gästehäusern. Diese werden streng überwacht. Ungeachtet dessen, ob man am nächsten Tag dienstfrei hat oder nicht, muss man um spätestens 3.30 Uhr morgens in seiner Wohnung sein. Selbst wenn man am nächsten Tag frei hat, ist das Verlassen der Wohnanlage zwischen 3.30 und 7 Uhr morgens nicht erlaubt. Der Besitz und Konsum von Zigaretten, Alkohol und Schweinefleisch ist auch in der Privatwohnung strikt untersagt. Sollte man sich nicht daran halten, wird nicht nur das Arbeitsverhältnis sofort beendet, sondern auch Strafanzeige gestellt und eine Untersuchungshaft veranlasst.

Schon während der Flugbegleiterausbildung wird streng auf die Trennung von Mann und Frau geachtet. Männlichen Mitarbeitern wird untersagt, während des Trainings mit weiblichen Trainees zu sprechen. Die Cafeteria im Schulungsgebäude ist zwar für beide Geschlechter zugänglich, allerdings gibt es feste Zeiten, wann welches Geschlecht Pause hat und diese benutzen darf. In Uniform ist es strengstens verboten, dass Frauen und Männer gemeinsam ein Taxi oder ein privates Auto nehmen, um zum Flughafen zu kommen. „Only crew of the same gender are allowed to reach Qatar Airways premises by car or taxi“, heißt es im Handbuch für die Mitarbeiter. Nur Besatzungsmitglieder des gleichen Geschlechts dürfen gemeinsam im Taxi oder in einem Auto fahren.

Auch das Essen und Trinken in Uniform ist teilweise untersagt. Die Liste der Verbote und Regeln ließe sich noch weiterführen. Viele der Mitarbeiter kündigen schon nach kurzer Zeit, weil sie mit den schrecklichen Arbeitsbedingungen nicht mehr zurecht kommen.

Nach Kündigung: Wiedereinreise nicht mehr möglich

Die schwedische Zeitung Expressen berichtet von Fällen, wo Mitarbeiter nach einer Kündigung die spätere Wiedereinreise nach Katar untersagt wurde. Natürlich ohne Angabe von Gründen. Qatar Airways wollte der schwedischen Zeitung auch nach mehrmaliger Nachfrage keine Stellungnahme zu den unwürdigen Arbeitsbedingungen übermitteln.

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