Sozialminister Hundstorfer mietet sich bei roten Parteifreunden ein

Am 27. November 2013 fand die vom Sozialministerium organisierte Veranstaltung „Praktika in Österreich – Fluch oder Segen?“ statt. Dafür verwendete man aber nicht etwa Räumlichkeiten im Bundeseigentum, sondern mietete extern an. Man wählte die Urania, die sich im Einflussbereich der Wiener Volkshochschulen (VHS) befindet. Die Volkhochschulen werden wiederum von Hundstorfers Parteifreund Michael Ludwig, gleichzeitig Wiener Wohnbaustadtrat, als Präsident geführt.

Auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Dagmar Belakowitsch-Jenewein antwortet Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), dass die eigentlich vorgesehenen Räumlichkeiten im Bundesamtsgebäude am Wiener Stubenring 1 durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) besetzt gewesen seien. Gleichzeitig sei auch ein „Ersatzsaal“ am Stubenring vom Sozialministerium selbst besetzt worden.

Erst kurzfristig, sieben Tage vor der Hundstorfer-Veranstaltung, habe das BMWFJ die Reservierung für den Saal im Bundesamtsgebäude wieder zurückgezogen – damit sei eine Umbuchung organisatorisch nicht mehr möglich gewesen.

Mehr als 12.000 Euro für Hundstorfers Praktikumsveranstaltung

Die organisatorischen Dispositionsschwierigkeiten hatten ihren Preis. Exakt 12.325,02 Euro musste das Sozialministerium für die außer Haus vergebene Praktikumsveranstaltung bezahlen. Allein die Saalmiete kostete 2.307,66 Euro, das Catering 5.262,80 Euro. Rund 6.800 Euro an Kosten schlüsselte Hundstorfer gegenüber dem Nationalrat bei der Beantwortung der Anfrage gar nicht weiter auf. Für die Volkshochschule Urania war es jedenfalls ein gutes Geschäft für ein paar Stunden Veranstaltung. 

Aber nicht nur bei dieser Veranstaltung war Hundstorfers Sozialministerium großzügiger Anmieter von Räumlichkeiten, auch sonst war man gern „außer Haus“. So wurden 2010 nicht weniger als 20 Veranstaltungen, 2011 23 Veranstaltungen, 2012 18 Veranstaltungen und 2013 insgesamt 19 Veranstaltungen nicht in den Räumlichkeiten des Sozialministeriums durchgeführt und somit für den Steuerzahler erhöhte Kosten produziert. Unter anderem scheint unter den angemieteten Lokalitäten auch das Hotel Altmannsdorf auf, das sich im Eigentum der SPÖ-Parteiakademie Renner-Institut befindet.

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