ORF-Präsenz: Grüne schießen sich ein Eigentor

Die Grünen haben das Unternehmen Mediaaffairs beaufftragt, wöchentlich die Präsenz der Parteien in ZiB 1 und ZiB 2 zu erheben. Grund der Überwachung: Die Grünen fühlten sich vom ORF benachteiligt. Jetzt aber stellt sich einmal mehr heraus, dass die Grünen im Vergleich zu anderen Oppositionsparteien unverhältnismäßig oft im Fernsehen vorkommen. Mit der Transparenz-Offensive schossen sich Eva Glawischnig und ihr Mediensprecher Dieter Brosz nicht nur ein Eigentor, sondern sie deckten unbequemer Weise auch auf, dass die Freiheitlichen mit einem fast doppelt so hohen Wähleranteil wie die Grünen im ORF fast nicht vorkommen.

Im Februar war die Unverhältnismäßigkeit besonders krass. Gemessen wurde der Zeitraum vom 17. bis 23. Februar – und zwar mit folgendem Ergebnis: In der ZiB 1 waren die Grünen zu neun Prozent Gegenstand der Berichterstattung, die Freiheitlichen nur zu sechs Prozent. Noch viel eklatanter fiel die Statistik für die ZiB 2 aus: Da kamen die Grünen auf 18 Prozent – und die Freiheitlichen? Die FPÖ kam überhaupt nicht vor. Auf null Prozent kamen die Blauen auch bei der Untersuchung des O-Tones. Das heißt: Sowohl in der ZiB 1 als auch in der ZiB 2 kamen Abgeordneten der Freiheitlichen überhaupt nicht zu Wort. Im Gegensatz zu den Grünen, die in der ZiB 1 auf vier Prozent, in der ZiB 2 auf beachtliche 22 Prozent kamen.

NEOS viel öfter im Fernsehen als die Freiheitlichen

Sehenswert auch der Anteil der NEOS: Ihre Mandatare kamen in der ZiB 2 so oft zu Wort, dass sie 22 Prozent der politischen Sendefläche belegten. Nochmals zum Vergleich: Die FPÖ kam auf null Prozent. Wenig überraschend dagegen ist der Regierungsanteil in den wichtigsten politischen Sendungen des Landes: Insgesamt – so fand Mediaaffairs heraus – liegt der Regierungsanteil immer weit über 50 Prozent. Einen Ausreißer gibt es aber auch hier: Geht es nach dem O-Ton in der ZiB 1, kommen die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP auf satte 88 Prozent.

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