Finnland und Belgien könnten andere nordeuropäische Staaten in die Krise reißen

Die Schulden- und Währungskrise ist bis jetzt zumeist als ein Phänomen der südeuropäischen Volkswirtschaften, wie etwa Griechenland oder Portugal, wahrgenommen worden. Eine neue Studie des Centrums für Europäische Politik (CEP) sieht diese Krise nun aber alles andere als überwunden, wie das etwa momentan viele Politiker auf nationaler und EU-Ebene den Bürgern weismachen wollen.

Die Ökonomen warnen vor Einbußen der Kreditfähigkeit bei den bis jetzt als „Musterschüler“ geltenden nördlichen Staaten Europas. Konkret geht es in der Studie um Belgien und Finnland. Auch die sinkende Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs sei eine Gefahr für die gesamteuropäische Wirtschaftslage. Schaffe es Frankreich nicht, seine Wirtschaft anzukurbeln und Reformen umzusetzen, könnte der Euro vor dem Aus stehen.

Der Norden Europas als neuer Problemfall?

Innerhalb der EU dürfte sich nun laut den Experten der Norden Europas mit Verzögerung zum ökonomischen Problemfall entwickeln. In den untersuchten Ländern Belgien und Finnland gibt es seit Jahren einen Abwärtstrend. Die Hilfspakete für Spanien, Griechenland und Irland dürften sich hier als Bumerang erweisen. Der Sorgenfall Nummer eins bleibt aber weiterhin Griechenland, welches es trotz umfassender Finanzhilfe und Strukturmaßnahmen nicht schafft, seine Kreditfähigkeit zu verbessern. Auch in Italien wurde eine sinkende Kreditfähigkeit seit 2009 beobachtet, die bereits einmal – 2012 – sehr kritische Ausmaße angenommen hatte. Portugal hingegen habe sich, so die Studie, leicht verbessert. Angesichts des Abschwungs in Frankreich kann das aber nur als kleines Trostpflaster für die Krise der Europäischen Union und des Euro-Projekts gelten.

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