China bald Lotto-Weltmeister

2. März 2014 - 14:38

Die Volksrepublik China entwickelt sich zum größten Lotteriemarkt der Welt, berichetete kürzlich die Nachrichtenagentur Reuters. Zurzeit kaufen knapp acht Prozent aller erwachsenen Chinesen Lottoscheine. Das ist, verglichen mit anderen ostasiatischen und pazifischen Ländern, wo durchschnittlich bis zu 70 bis 80 % der Bevölkerung Lotterie spielen, noch immer verhältnismäßig wenig. Ein gewisser Teil der Einnahmen kommt sozialen Zwecken und dem Sport zugute.

Die Spielleidenschaft des Milliardenvolks wird zunehmend zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Rund 23 Milliarden Dollar gaben die Einwohner des volkreichsten Landes der Erde im vergangenen Jahr dafür aus, so das Pekinger Finanzministerium.

Die Chinesen werden in den nächsten Jahren die USA überholen

Noch freilich stehen die USA mit etwa 37 Milliarden klar an der Spitze, doch China holt gewaltig auf. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden die Chinesen die Amerikaner als Lotto-Weltmeister voraussichtlich überrundet haben. Das hängt nicht zuletzt mit den starken Einkommenssteigerungen der chinesischen Haushalte in den letzten Jahren zusammen. 4,4 Milliarden gaben die Chinesen allein im Jänner 2014 für offizielle Glücksspiele aus. Eine Steigerung von 9,2 % gegenüber dem Vorjahrsmonat. China, so das Magazin Focus, sei „das Las Vegas des Ostens“. Die starke Verbreitung des illegalen Glücksspiels und die zum Teil intransparente Situation auf dem chinesischen Glücksspielmarkt stören diese Entwicklung freilich derzeit noch erheblich.

Chinesische Glücksspiel-Aktien steigen exorbitant

Unterdessen sind auch die Aktienkurse einzelner chinesischer Lottounternehmen an den internationalen Börsen, etwa an der New Yorker Börse, stark gestiegen. Aktien einzelner chinesischer Lottofirmen gewannen teilweise innerhalb weniger Monate um das Zwei- bis Dreifache. Innerhalb der nächsten drei Jahre schätzen Analysten die Steigerungsmöglichkeit immerhin noch auf etwa 20 Prozent. Neben den gemeinnützigen Zwecken der Lotterien verschwinden so immer größere Teile der Gewinne aus den Lotterien in den Taschen internationaler Aktionäre. 

Anders in Österreich. Hierzulande sind die Österreichischen Lotterien ein Staatsmonopol, denn es wird befürchtet, dass es bei einer Liberalisierung des Glücksspielmarkts vermehrt zu starken Abflüssen der Gewinne aus Österreich ins Ausland kommen könnte, so eine Studie. Die EU-Kommission hatte Wien zuletzt 2012 mit Maßnahmen gedroht, falls Österreich nicht Teile des Glücksspiels privatisiere.

In Österreich gehört Lotto 6 aus 45 (www.lotto6aus45.com) zu den beliebtesten Lotteriespielen. Hier fließen die Gewinne nicht ins Ausland, sondern bleiben im Land und kommen neben dem Finanzministerium vor allem gemeinnützigen Projekten im ganzen Land zugute, insbesondere der Kultur- oder der Sportförderung. Dort leisten sie einen bedeutenden Beitrag für das soziale Leben in Österreich.

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