Grüner „fladerte“ Karikatur: Künstler mit 300 Euro abgespeist

Harald Walser ist Bildungssprecher der Grünen, Direktor an einer Vorarlberger Schule und der Schwager des Zweiten Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf (ÖVP). Gerade er müsste eigentlich wissen, dass die Verwendung einer Karikatur ohne Wissen des Künstlers und ohne eine Lizenzgebühr zu zahlen, verboten ist. Er tat es trotzdem und stellte eine Karikatur des niederösterreichischen Landeshauptmannes Erwin Pröll, die der Künstler Reini Buchacher anfertigte, einfach auf seine Internetseite.

Diese Straftat ist umso bemerkenswerter, als die Grünen stets die Stärkung der Urherberrechte für Autoren und Künstler propagieren. Die Gesetzeslage dürfte den Grünen Bildungssprecher dennoch wenig interessieren, weshalb er zur Illustration seines Blogeintrages vom 24. Jänner 2014 die Buchacher-Karikatur verwendete. Reini Buchacher zeigt sich empört: „Gerade die Grünen tun sich immer als Moralisten hervor, und dann ,fladert‘ einer von ihnen einfach ein Werk von mir,“ sagte er der Kronen-Zeitung.

Künstler mit 300 Euro abgespeist

Walser reagierte, nahm das Bild vom Netz. Eine Entschuldigung gab es aber nicht. Dafür eine Entschädigung in Höhe von 300 Euro, die der Politiker dem Künstler als „Wiedergutmachung“ überwies. Zu wenig, meint Buchacher, denn laut Gesetz würde nicht der „Täter“ das Honorar festlegen, sondern der Künstler, „in solchen Fällen samt 200-prozentigem Aufschlag“.

Reini Buchacher übergab die Angelegenheit nun seinem Rechtsanwalt und möchte das ihm zustehende Honorar über den Klagsweg einbringen. Unzensuriert.at forderte den Grünen Nationalratsabgeordneten Harald Walser auf, in dieser Causa eine Stellungnahme abzugeben. Bisher hat Walser auf das Angebot aber nicht reagiert.

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