Mariahilfer Straße wird umgebaut

Die Wiener Mariahilfer Straße wird zu einer Fußgänger- und Begegnungszone umgebaut. Mehr als 31.000 Menschen der Bezirke 6 und 7 haben sich an der von Rot-Grün beschlossenen Anrainerbefragung beteiligt und über die Zukunft der Mariahilfer Straße entschieden. 53,2 Prozent haben sich dafür ausgesprochen, dass Österreichs größte Einkaufsstraße eine Fußgängerzone werden soll. Ebenfalls eine Mehrheit (55,9 Prozent) gab es für eine Öffnung der Querungen für Autofahrer. Knapp wurde es nur bei der Frage, ob Radeln in der Fuzo auch künftig erlaubt sein soll: 52,9 Prozent sprachen sich dennoch dafür aus.

Die Mariahilfer Straße wird somit nicht mehr rückgebaut. Sie wird sattdessen zur Baustelle. 25 Millionen Euro sind für den zwei Jahre dauernden Umbau budgetiert. Die Straße wird einheitlich gepflastert, die Gehsteige werden niveaugleich und eine neue Straßenbeleuchtung wird installiert. Verkehrstechnisch bleibt die 13A-Busroute bestehen, auch Einbahnregelungen in den umliegenden Straßenzügen und Tempo-30-Zonen sollen bleiben. Fertig werden soll die Umgestaltung im Herbst des Wiener Wahljahres 2015.

Gefälschte Stimmzettel

Bei der Auszählung der Stimmen kam es laut Informationen der Kronen Zeitung zu Ungereimtheiten. 60 gefälschte Stimmzettel sollen aufgetaucht sein, in denen für „Ja“ gestimmt wurde. 180 Stimmzettel, in denen gegen die Fußgängerzone votiert wurde, sollen ungültig sein, zumal Unterfragen der „Ja“-Option angekreuzt wurden. Die Fälschungen sind laut Kronen Zeitung kopierte Stimmzettel, auf denen eines der drei Sicherheitsmerkmale – ein Schriftzug, der nur unter UV- Licht sichtbar ist – fehlt.

Gemischte Reaktionen

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, die sich in den vergangenen Monaten vehement für die Fußgängerzone eingesetzt hatte, bezeichnete das Ergebnis als „Auftrag“. Renate Kaufmann, SPÖ-Bezirksvorsteherin von Mariahilf, meinte, die Mariahilfer Straße werde „wirtschaftlich erblühen“. Wiens FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus übte hingegen heftige Kritik am Abstimmungsergebnis. Befragung und Mahü-Umbau seien ein „Fiasko, das aufgrund der skandalösen Umstände als Verbrechen an der direkten Demokratie“ bezeichnet werden könne. Die Befragung sei außerdem verfassungsrechtlich „im luftleeren Raum geschwebt“ und „immens teuer“ gewesen. Der Befragungskreis sei willkürlich vorgenommen worden – „eine private Umfrage von SPÖ und Grünen“.

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