Häftlinge sind auch im Gefängnis schwerkriminell

Häftlinge in österreichischen Gefängnissen bleiben auch dort vielfach kriminell. Das haben nun parlamentarische Anfragebeantwortungen durch Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) ergeben. So wurden im Jahr 2013 nicht weniger als 719 Straftaten in der Haft selbst verübt. Bei rund 9.000 Inhaftierten in ganz Österreich eine hohe Zahl. Bereits junge Straftäter haben eine enorme kriminelle Energie, so wurden etwa 54 Straftaten in Haft von Jugendlichen begangen und weitere 83 von jungen Erwachsenen wischen dem 18. und dem 21. Lebensjahr. „Spitzendelikte“ sind dabei Straftaten im Zusammenhang mit dem Suchtgifthandel und dem Suchtgiftmissbrauch. So entfielen innerhalb der Gefängnisse 2013 insgesamt 657 Straftaten allein auf Suchtgiftdelikte.

Justizwachebeamte sind Opfer von Straftaten der Häftlinge

Aber nicht nur in Sachen Suchtgift verstoßen die Häftlinge vielfach und wiederholt gegen das Gesetz. Vor allem die eingesetzten Justizwachebeamten sind Ziel zum Teil erheblicher Übergriffe durch die Gefängnisinsassen. So wurden allein 2013 insgesamt 36 Straftaten bei der Staatsanwalt angezeigt, die sich gegen Justizwachebeamteten richten. Spitzenreiter ist die in Niederösterreich gelegene Strafvollzugsanstalt Göllersdorf, wo allein 12 Straftaten gegen Justizwachebeamte verübt wurden. Es folgen die Justizanstalt Wien-Josefstadt mit fünf Straftaten, Graz-Karlau mit vier sowie Wiener-Neustadt und Graz-Jakomini mit jeweils drei Straftaten.

Bei den übrigen Justizvollzugsanstalten waren die Häftlinge relativ brav: Sonnberg, St. Pölten, Garsten, Feldkirch, Wien-Mittersteig, Wien-Simmering, Schwarzau, Innsbruck und Klagenfurt hatten nur eine Straftaten gegen Justizwachebeamte zu verzeichnen. Insassen in Krems-Stein sind sogar regelrechte „Musterschüler“. Dort wurden 2013 überhaupt keine Delikte gegen Justizwachebeamte begangen. Eine Aufschlüsselung der Deliktzahlen nach Herkunftsland der Täter hat das Justizministerium bei der Beantwortung der Anfrage nicht vorgenommen.

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