Juncker: Gescheiterter "Vorzeige-Eurpäer" als Kandidat der Eurokraten

18. März 2014 - 8:18

Mit großem Tamtam hat sich die Europäische Volkspartei (EVP) in ihrer Sitzung in Dublin auf einen gemeinsamen Spitzenkandidaten geeinigt. Der Auserkorene ist niemand Geringerer als der Ex-Premier von Luxemburg, Jean-Claude Juncker.

Dieser Umtriebige hat sich schon während seiner Zeit als Premier mehr um die europäischen Angelegenheiten gekümmert als beispielsweise um die Finanzlage seines eigenen Kleinstaats. Das wirtschaftlich einst prosperierende Luxemburg wurde unter der Führung Junckers zum Problemfall Europas. Denn diese ungesunde Interessensverlagerung in Richtung EU hat den Staat gehörig in die Bredouille gebracht. Trotz aller Vorteile eines einträglichen Banken- und Finanzstandortes hat es Luxemburg zu einem recht stolzen Defizit gebracht und das Großherzogtum wird noch lange am Erbe des „großen Europäers“ zu knabbern bzw. zu sparen haben.

Unter Juncker wurde Luxemburg zum Problemfall

Mit diesem Wissen mutet es fast rührend an, wenn man sich an Junckers Reisen durch die europäischen Pleiteländer erinnert, als er den jeweiligen Bürgern mit erhobenem Zeigefinger unerträgliche Sparprogramme aufoktroyierte – natürlich ohne jede demokratische Legitimation. Freilich wusste damals niemand vom Finanzdesaster in dem Land, für das er eigentlich selbst zuständig gewesen wäre.

Sein Land zu verschulden, war ihm aber nicht genug: Der Premier hat seine Nähe zu den Bankiers ordentlich unter Beweis gestellt und aus dem Großherzogtum einen Tummelplatz für Banken gemacht – mit allen furchtbaren Folgen. Der kürzlich verstorbene Professor Wilhelm Hankel hatte 2013 gemutmaßt, dass die Bankenbedrohung für das Land wesentlich größer sei als in jedem anderen Land Europas.

Aber selbst das ließen die Luxemburger sich von ihrem Premier noch gefallen. Gestürzt wurde der selbsternannte Vorzeigeeuropäer durch einen Skandal anderer Art: Juncker ließ nicht nur zu, dass die Bürger seines Landes abgehört und ausspioniert wurden, sondern der großherzogliche Geheimdienst konnte auch ein veritables Eigenleben entwickeln. Das reichte selbst den bis dahin so geduldigen Bürgern des Kleinstaates und sie warfen Juncker aus dem Amt.

„Dann machen wir weiter, bis es kein Zurück mehr gibt…“

Die Juncker-Nominierung wirkt geradezu skandalös, betrachtet man sein Rollenverständnis der Politik. Wer erinnert sich nicht an seine Worte, die wohl für das Denken der gesamten EU-Elite stehen:

Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob etwas passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter. Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.

So stellt sich der neue EVP-Spitzenkandidat das Mitwirkungsrecht der Bürger vor. Angesichts dieser Tatsachen stellen sich immer mehr Menschen die Frage: Was hat die EVP in Europa vor? Was erwartet sie von ihrem Spitzenkandidaten? Und vor allem, ist das wirklich der beste Kandidat, den die Volkspartei aufbieten kann?

wandere aus, solange es noch geht

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Kommentare

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...ist Junkers Nominierung.

Wir beschließen etwas...bis es kein Zurück mehr gibt.

Das sollte es auch für ihn geben.

Bild des Benutzers Richard Joseph Huber
Bild des Benutzers Richard Joseph Huber
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zum Neujahrsempfang: 2013 könnte ein Vorkriegsjahr werden wie das Jahr 1913, also reale Kriegsgefahr 2014? Kann es sein dass dieser "schwarze Blender", der als Gremiumchef das Funktionieren der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sicher zu stellen hat, über insiderwissen verfügt? Insiderwissen über etwas "Grausliches" was uns unfreiwlligen Europäern widerfahren wird?

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