Kenias Parlament hat Vielweiberei wieder eingeführt

Nun wird auch in Kenia, einer ehemaligen britischen Kronkolonie in Ostafrika, mit voller Kraft der Rückwärtsgang eingelegt. Mit großer Mehrheit hat das Parlament in Nairobi ein Gesetz verabschiedet, das den Kenianern auch hochoffiziell die Polygamie (Vielweiberei) erlaubt. Zukünftig kann nach der Gesetzeslage ein Kenianer beliebig viele Frauen heiraten. Der Status der Erstfrau(en) wurde dadurch praktisch auf Null gesetzt.

Sogar ein Kompromissvorschlag, den unter anderem weibliche Abgeordnete im Parlament in Nairobi eingebracht hatten, dass zumindest ein Vetorecht der Erstfrau(en) zukünftig bestehen solle, wenn sich der Mann neuerlich verehelichen möchte, wurde mit großer Mehrheit abgeschmettert. Auch der Vorsitzende des Justizausschusses, Samuel Chepkong a, verteidigte das Gesetz. Das Gewohnheitsrecht sehe es nicht vor, die bisherigen Ehefrauen auch nur vorab darüber zu informieren, wenn ein Ehemann sich neu verheiraten will, sagte er der kenianischen Tageszeitung Daily Nation.

Muslimische Minderheit und Naturreligionen setzten sich durch

Das aktuelle Polygamie-Gesetz ist nicht nur eine Niederlage für viele Frauen in Kenia, sondern auch ein Erfolg der muslimischen Minderheit und der zahlreichen Anhänger der weit verbreiteten Naturreligionen. Kenia, das unter anderem auch an Äthiopien und Somalia grenzt, hat in den letzten Jahren durch muslimische „Missionsarbeit“, aber auch durch viele Flüchtlinge aus Somalia eine Verdoppelung des muslimischen Bevölkerungsanteils zu verzeichnen.

Aktuell sind rund 20 Prozent der Einwohner muslimischen Glaubens. Nicht zufällig heißt einer der Initiatoren dieses Polygamie-Gesetzes Junet Mohammed. Er hatte die Initiative über Parteigrenzen hinweg federführend lobbyiert.

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