Typisch: ORF macht Grünen zum Obmann des Banken-U-Ausschusses

Dem ORF-Report unterlief letzte Woche ein peinlicher Fehler. Dass ihn bis dato niemand bemerkt zu haben scheint, ist ein weiteres Indiz für die schwindende Bedeutung der Polit-Berichterstattung im staatlichen Rundfunk. Die Sendung war getragen von den koalitionären EU-Spitzenkandidaten Freund und Karas, die man gegeneinander antreten ließ, als kämpften nur Rot und Schwarz um den Sieg bei dieser Wahl – wo doch mittlerweile jeder Umfrage zu entnehmen ist, dass es einen Dreikampf um Platz eins geben dürfte.

Neos-Mann deckt auf, was alle längst wissen

Doch die Freiheitlichen will man nicht zeigen, und daher hatten sie auch in den beiden „investigativen“ Beiträgen nichts zu bestellen. Denn das „Aufdecken“ ist im ORF-Rollenspiel den regierungsfreundlichen Oppositionsparteien vorbehalten. Und das sind die Grünen und neuerdings die Neos. Ein unbekannter Neos-Mann durfte zur Hypo Alpe Adria Dinge sagen, die verständigen Beobachtern seit Jahren klar sind: Die Regierung und allen voran Finanzminister Pröll haben sich von der Bayern LB bei der Verstaatlichung über den Tisch ziehen lassen. Lesern dieser Internet-Zeitung war dies bereits seit mehr als drei Jahren – konkret seit 11. Jänner 2011 – bekannt, als Unzensuriert.at als eines der ersten Medien detailliert die Entwicklungen vor und um die Verstaatlichung der Hypo analysiert hatte:

Doch all das war noch die ganz normale grob tendenziöse und pseudo-aufdeckerische ORF-Berichterstattung, wie sie der genötigte Gebührenzahler seit Jahren erleiden muss. Die Pointe kam in einem Beitrag über den jüngst in Wien verhafteten ukrainischen Oligarchen Dmitri Firtasch. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen gewährte man dem Grünen-Budgetsprecher Werner Kogler einen Gastauftritt. Und um diesen irgendwie zu rechtfertigen, stellte man ihn in Wort und Schrift als ehemaligen Vorsitzenden des Banken-Untersuchungsausschusses vor. Weniger Sekunden nach seinen nichtssagenden Erklärungen kam ein Protokoll des U-Ausschusses ins Bild, in dem der wahre Vorsitzende (korrekt heißt es Obmann) genannt war: der Freiheitliche Martin Graf, der darüber auch ein Buch geschrieben hat. Die Redakteure, die sich sogar selbst beim Schnitt filmen ließen, wo ihnen noch eine höchst brisante Erklärung des beschuldigten Milliardärs zugegangen sei, waren wohl so im Stress, dass sie keine Zeit hatten, die Fakten der jüngsten politischen Geschichte Österreichs zu recherchieren.

Wie gesagt: bis heute hat den Fehler niemand bemerkt. Vielleicht hat er aber auch nur niemanden mehr überrascht.

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