„F.X. Seltsam“: SOS Mitmensch auf der Suche nach dem Hintermann des Pseudonyms

David Alaba, Fußballstar des FC Bayern und der derzeit wohl beste Kicker Österreichs, wird von SOS Mitmensch in die politische Schlammschlacht geworfen. Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak behauptet nämlich, dass EU-Abgeordneter Andreas Mölzer (FPÖ) in seiner Zeitung Zur Zeit und unter dem Pseudonym „F.X. Seltsam“ einen rassistischen Artikel über den Fußballer geschrieben habe. Interessant dabei: Obwohl die Zeitung dem Vorwurf widerspricht und Willi Lasek vom Dokumentationsarchiv (DÖW) im Ö1-Mittagsjournal sagt, dass man dies „nicht zweifelsfrei beweisen“ könne, wird die Rassismus-Kampagne gegen Mölzer weitergeführt.

Wahr an der Geschichte ist, dass in der Zeitung Zur Zeit vor zwei Jahren eine Glosse unter dem Titel „Bedeutendster Österreicher?“ erschienen ist. In diesem Artikel wird darüber philosophiert, was ein echter Wiener ist und der Autor schreibt, dass die Aussage von Alaba, er sei ein echter Wiener, nichts Besonderes wäre, würde dieser nicht „pechrabenschwarz“ sein. Abgesehen davon, dass man einen echten Wiener eher mit der Rolle von Karl Merkatz als Mundl in der Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ in Verbindung bringen würde als mit einem Sohn eines nigerianischen Vaters und einer philippinischen Mutter, ist in diesem Beitrag nie die Absicht zu erkennen, David Alaba rassistisch zu beleidigen. Dass der Profifußballer schwarz ist und auf den ersten Blick nicht als typischer Wiener wahrgenommen wird, kann ja nicht allein schon Rassismus bedeuten.

Nachträgliche Mitteilung auf SOS-Mitmensch-Homepage

Alexander Pollak von SOS Mitmensch unternimmt trotzdem den Versuch, Mölzer als rassistischen Alaba-Hetzer darzustellen. Wer einen Blick auf die Homepage dieser Organisation, die laut eigenen Statuten eigentlich ganz andere Aufgaben hätte, als gegen Politiker – vor allem in EU-Wahlzeiten – Stimmung zu machen, dem wird schnell klar, was hier im Schilde geführt wird: Praktisch die ganze erste Seite der Homepage ist mit Hetzartikeln gegen Andreas Mölzer gespickt. Sie sieht aus, als wäre sie von einem politischen Konkurrenten gesponsert. Was auch der Fall ist. So haben das Sozial, Unterrichts- und Gesundheitsministerium dem Verein in den Jahren 2008-2011 zumindest 15.000 Euro zukommen lassen, wie den entsprechenden und unzensuriert vorliegenden parlamentarischen Anfragen  zu entnehmen ist. Ein weiterer Schönheitsfehler: In einer „Nachträglichen Mitteilung“ muss SOS-Mitmensch einen  veröffentlichten Artikel gegen einen FPÖ-Mandatar richtigstellen.

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