Heimische Imker können österreichischen Markt nicht mehr versorgen

10. April 2014 - 15:23

Eine parlamentarische Anfrage von FPÖ-Abgeordneten Josef Riemer brachte nun interessante Details zum österreichischen „Honigmarkt“ an die Öffentlichkeit. Riemer wollte wissen, ob und in welcher Art und Weise durch die österreichischen Gesundheitsbehörden kontrolliert wird, ob Pollen und Nektar des in Österreich vertriebenen aber auch erzeugten Honigs Spuren gentechnisch veränderter Pflanzen aufweisen. Durch die Zeitschrift "Öko-Test" wurde aufgedeckt, dass bereits jetzt in Honigprodukten Spuren aus gentechnisch angebautem Raps aus Kanada sowie Roundup Ready-Soja aus Süd- und Mittelamerika gefunden worden sein sollen.

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) gibt sich in Sachen Gentechnik wieder einmal wenig problembewusst, und verweist auf das grundsätzliche Verbot gentechnisch veränderter Organismen in Österreich, dass die Verbraucher schützen solle.

Honig-Versorgungsbilanz Österreichs bricht ein

Noch unerfreulicher als die Aussagen des roten Gesundheitsministers zur Gentechnik in der Honigproduktion ist die ebenfalls bekanntgegebene Honig-Versorgungsbilanz Österreichs der Jahre 2006 bis 2012. Laut dieser Bilanz ist in diesem Zeitraum die Eigenproduktion österreichischer Imker von 6.300 auf 5.300 Tonnen jährlich gefallen. Bei einem relativ stabilen Eigenverbrauch der österreichischen Konsumenten von 1,2 Kilogramm pro Jahr sank er Honig-Selbstversorgungsgrad so von 66 auf 54 Prozent. Da auch der Export des heimischen Honigs zunahm, mussten so 2011/2012 erneut weit mehr Honig eingeführt werden als die österreichischen Imker überhaupt erzeugt hatten.

Somit hinterlassen auch bei der Honigeigenversorgung die Spuren einer verfehlten österreichischen und europäischen Landwirtschaftspolitik ihre Spuren, die den Bienen immer weniger Lebensraum lässt. 

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