Deutsches Karl-May-Museum soll vermeintlichen Indianer-Skalp zurückgeben

Immer kuriosere Züge nimmt der Terror der Political Correctness in Deutschland an. Jüngstes Opfer wurde das Karl-May-Museum in Radebeul im Freistaat Sachsen. Es soll einen vermeintlichen Indianer-Skalp aus der Schau entfernen, da Lobbyisten des Ojibwa-Indianerstammes in Michigan schwere Vorwürfe erhoben hatten. Ins Rollen gekommen ist die ganze Angelegenheit durch einen Artikel der liberalen britischen Tageszeitung The Guardian. Ein vermeintlicher Indianer-Skalp auf einer Pfeifentomahawk, einem indianischen Allzweckgerät, erregte offensichtlich Cecil E. Pavlat, einen „Cultural Repatriation Specialist“ des in Deutschland wenig bekannten Stammes.

Dieser Spezialist dürfte mit einem deutschen Lobbyisten gemeinsame Sache machen, der sich auf die Agitation gegen deutsche Museen spezialisiert haben soll, die völkerkundliche Ausstellungsstücke zeigen. Gefordert wird nicht nur die Entfernung des Skalps aus der Ausstellung, sondern auch eine Rückgabe an den Stamm in Michigan.

„Sie können nicht von uns erwarten, dass wir einfach irgendetwas übergeben“

Ein Freund und Bewunderer Karl Mays, der Sammler und Zirkusdirektor Ernst Tobis, hatte die meisten dieser Skalps gekauft und diese später dem Radebeuler Karl-May-Museum vermacht. Das Museum verfügt über insgesamt 14 Skalps in seiner Sammlung, die während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengetragen worden sind. Der vermeintliche Ojibwa-Skalp ist bereits seit mehr als 20 Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen.

Museumsdirektorin Klaudia Kaulfuß zeigt sich gegenüber den Ansprüchen skeptisch:

Im Prinzip sind wir bereit, darüber zu reden, aber zuerst wollen wir wissen, was gewollt ist. Wir haben vier Skalps in der Ausstellung. Und es ist nicht einmal klar, zu welchen Stämmen sie gehören. Wir haben zwei von Weißen und zwei von Indianern. Bei einem handelt es sich lediglich um einen Haarzopf. Und ob irgendeiner von ihnen tatsächlich einem Ojibwa-Indianer zugeordnet werden kann, wissen wir nicht. […] Natürlich können wir in einen Dialog eintreten. Aber wir möchten auch unseren Standpunkt vorbringen: Wir sind ein Museum in Deutschland, das deutschen Gesetzen untersteht und wir möchten erklären, warum wir ein historisches Ausstellungsstück zeigen und dass wir damit niemanden an den Pranger stellen. Aber sie können von uns nicht erwarten, dass wir einfach irgendetwas übergeben, ohne mit irgendjemandem zuerst darüber zu reden; dann könnten andere kommen, und unser Museum wäre bald leer.

Bei dem ausgestellten Skalp handelt es sich vermutlich um einen weißen Trapper

Dass es sich bei dem in Radebeul ausgestellten Exponat um Indianerhaar und Kopfhaut handelt, ist im übrigen mehr als zweifelhaft. Die rötlichen Kurzhaare des Skalps erinnern eher an die aus den Karl-May-Büchern bekannt gewordene literarische Figur des weißen Trappers und Weggefährten von Old Shatterhand, Sam Hawkens.

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