Radikale reisen in den Bürgerkrieg nach Syrien: Schon 80 Österreicher kämpfen gegen Assad

19. April 2014 - 10:14

Syrien befindet sich im vierten Kriegsjahr – und schön langsam gehen den Gegnern von Machthaber Baschar al-Assad offenbar die Kämpfer aus. Nachschub kommt aus Europa, von wo schätzungsweise mehrere hundert Menschen aufbrachen, um in den „Heiligen Krieg“ zu ziehen. Laut Innenministerium waren es allein 80 aus Österreich.

Zuletzt haben zwei Mädchen für Aufsehen in Österreich gesorgt. Sie sollen über die Türkei nach Syrien gereist sein, um ihren Beitrag im Bürgerkrieg zu leisten. Ein Religionslehrer, angestellt beim Wiener Stadtschulrat, nahm sich unbezahlte Karenz, um für die Errichtung eines Gottesstaates zu kämpfen. Sollte er zurückkommen, droht ihm ein Disziplinarverfahren. Insgesamt sollen es 80 Menschen in Österreich sein, die sich über das Internet oder direkt von Muslimen radikalisieren haben lassen und jetzt zur Waffe greifen.

Von London nach Graz

Der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, sagte im ORF, dass zehn dieser Syrien-Kämpfer im Bürgerkrieg umgekommen seien, zehn davon seien wieder nach Österreich zurückgekehrt. Gegen einige werde wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Gefahr für die österreichische Bevölkerung bestehe nicht, auch dann nicht, wenn in Graz die Zentrale der Muslimbruderschaft errichtet werden sollte. Die Übersiedlung dieser Organisation von London in die Steiermark hatten britische Medien gemeldet.

Erhöhtes Sicherheitsrisiko

Sorgen sind dennoch angebracht. Schließlich sind aus dem kleinen Land Österreich mehr Freiwillige in den Krieg gezogen als beispielsweise von Deutschland aus. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, dass etwa 70 Islamisten aus Deutschland Richtung Syrien ausgereist sind, um dort an Kampfhandlungen teilzunehmen oder den Widerstand gegen das Assad-Regime zu unterstützen. Anders als in Österreich, sagte die Regierung in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion, dass die Islamisten und Dschihadisten nach ihrer Rückkehr zu einem „erhöhten Sicherheitsrisiko“ werden könnten. Erfahrungen würden zeigen, dass sich ein Teil dieser Personen durch den Aufenthalt in Terrorcamps oder die Teilnahme an Kämpfen weiter radikalisiere und nach ihrer Rückkehr Anschlagpläne auch in Deutschland verfolge.

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