Mandatare laufen der Wiener ÖVP davon: Desaster in Mariahilf

Maria, hilf der Wiener ÖVP! Dieses Stoßgebet an die Muttergottes müssten die Schwarzen in Wien wohl gen Himmel schicken, um die Volkspartei vor dem Schlimmsten zu retten. Denn ausgerechnet im sechsten Wiener Gemeindebezirk, Mariahilf, treten drei von acht ÖVP-Abgeordnete aus der Partei aus und gründen eine eigene Liste. Ein Desaster für die ohnehin krisengeschüttelten Volkspartei in Wien.

Wenn am Mittwoch mit Markus Rumelhart (SPÖ) der erste schwule Bezirksvorsteher Wiens gewählt wird, beginnt für die schwächelnde Landespartei mit Obmann Manfred Juraczka eine heiße Phase. Denn mit diesem Datum sagen der bisherige Mariahilfer Klubobmann, Thomas Seidl und die beiden Bezirksräte Manfred Beckmann und Wolfgang Zendar ihrer langjährigen politischen Heimat Adieu. Sie gründeten eine eigene Liste mit dem Namen „mariahilf-trifft-wien“ (mtw) und verlassen das sinkende Schiff ÖVP. Den Schwarzen werden herbe Verluste bei der Landtagswahl vorausgesagt. Dass die NEOS antreten, ist wohl nur ein Grund dafür.

Mit Linie der Bundespartei nicht einverstanden

Der Austritt sei, so Seidl in einer Aussendung, wohlüberlegt: er könne nicht mehr mit der Linie der Bundespartei („Die Hypo ist da nur ein Aspekt“). Auch die Landespartei habe ihn und seine beiden Kollegen frustriert. Unter der Führung von Manfred Juraczka habe sich „nichts Wesentliches in der Partei verändert“.

Für die ohnehin strauchelnde Wiener ÖVP ist das ein weiterer Rückschlag. Mit dem Austritt haben die Schwarzen nun nur noch fünf Mandatare im Bezirksparlament – gleich viele wie die bisher viertstärkste FPÖ.

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