EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso wird von Korruptionsfall eingeholt

Von einem rund zehn Jahre zurückliegenden Korruptionsskandal wird aktuell EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso eingeholt. Im Jahr 2004 kaufte die portugiesische Staatsregierung vom German Submarine Consortium zwei U-Boote für die Marine. Damals kam es rund um diesen U-Boot-Deal zu einem undurchsichtigen Geflecht, in dem Vermittler, Bestechung und ein nicht zustande gekommenes Gegengeschäft die zentrale Rolle spielten. Nun zeigt eine Dokumentation der Journalisten Antonio Cascais und Marcel Kolvenbach, die jetzt im Westdeutschen Rundfunk (WDR) gezeigt wurde, die Hintergründe und die Historie dieses Korruptionsskandals auf.

Finanziell brachte dieser Rüstungsdeal, an dem auch eine Tochterfirma des deutschen Konzerns ThyssenKrupp beteiligt war, Portugal im Jahr 2010 in enorme finanzielle Schwierigkeiten. Diese und andere schmutzige Deals der portugiesischen Regierungen hatten das Land an den Rand eines Total-Bankrotts geführt. Das Land musste schließlich mit Notkrediten gerettet werden.

Barroso möchte an U-Boot-Deal nicht erinnert werden

Der Christdemokrat Barroso, seit fünf Jahren EU-Kommissionspräsident, möchte sich an seine damalige Rolle als portugiesischer Ministerpräsident bei diesem Rüstungsgeschäft allerdings nicht mehr erinnern. Die politische Verantwortung bleibt jedenfalls an Barroso hängen. So wurde unter anderem die deutsche Firma Ferrostaal im Zusammenhang mit diesem U-Boot-Geschäft gerichtlich zur Verantwortung gezogen, weil sie für für das Consortium die Schmutzarbeiten übernahm.

„Barroso trägt die politische Verantwortung für das Rüstungsgeschäft. Es war der größte Deal der portugiesischen Marine und Barroso war Regierungschef. Wenn er behauptet, von nichts zu wissen, dann finde ich das feige“, meint Journalist Cascais. „Es gibt Beweise, dass sich Barroso mit einem deutschen Honorarkonsul getroffen und über diesen Deal gesprochen hat“.

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