„Garagenkrieg“: Stadtwerke vernichteten bei nur einem Prozess 5,1 Millionen Euro

Die Wiener Stadtwerke verprassen offenbar Geld ohne Ende – und die Kunden bezahlen diese Misswirtschaft mit immer höheren Tarifen. Noch sind die Skandale der 1,6 Millionen Euro teuren Strafzahlung für die deutsche Commerz Real, die dafür von einem Kaufrecht zurücktrat, oder des Verkaufs von Garagen in Ungarn ohne Ausschreibung, wodurch enorme finanzieller Schaden entstand, nicht in Erinnerung, da ist nun neuerlich Unfassbares ans Licht gebracht worden: Bei nur einem Prozess sollen die Stadtwerke 5,1 Millionen Euro vernichtet haben.

Laut Kronen-Zeitung wollte 2011 der damals neue Boss der WIPARK (60 Garagen, 18.000 Stellplätze) einen angeblich ungünstigen Vertrag mit dem Garagenkonzern APCOA auflösen – als weitere Schlacht im „Krieg um Wien“ der zwei Parkhaus-Giganten. Wie Krone-Redakteur Richard Schmitt in seiner Rubrik „Wiener Melange“ schreibt, fanden die Gründe für die Vertragsauflösung vor Gericht dann nicht die Würdigung, die sich die Wiener Garagen-Partie erhofft hätte: APCOA gewann den Prozess – die WIPARK musste einen Vergleich zustimmen und am 5. Jänner dieses Jahres 5,1 Millionen Euro überweisen.

Karriere in tiefroten Unternehmen

Dieser Skandal wurde erst jetzt bekannt und er sollte offenbar unter allen Umständen geheim gehalten werden. Er zeigt einmal mehr, wie geschickt Rot und Grün beim Vertuschen von Misswirtschaft sind. Die sauteure Prozessiererei ist ja nur die Spitze eines Eisberges in Wien, wo der Rechnungshof zahlreiche Malversationen feststellte. Außerdem sorgt der WIPARK-Chef offenbar nicht zum ersten Mal für Negativschlagzeilen: Er soll jahrelang Vizedirektor von Wiener Wohnen gewesen sein und bei Amtsantritt binnen zweier Wochen ein Reihenhaus erhalten haben. Dem Vernehmen nach für nur 164 Euro Monatsmiete. Schmitt in der Krone: „Diese Affäre und spätere Ermittlungen der Justiz in einer weiteren Causa sorgten für viel Aufregung – aber nicht für ein Ende der Karriere in tiefroten Unternehmen.“

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