Mähboot-Skandal: Für Häupl ist 2,3-Millionen-Euro-Verschrottung „Blödsinn“

In Wien jagt ein Skandal den anderen – Konsequenzen aber gibt es keine. Erstaunlicher Höhepunkt dieser Geldverschwendungs-Serie: Ein 2,3 Millionen Euro teures Mähboot  zum Schneiden von Wasserpflanzen wurde verschrottet, ohne dass es auch nur eine Stunde in Betrieb war. Angeschafft hatte dieses Boot 1995 die MA 45 unter dem damaligen SPÖ-Umweltstadtrat Fritz Svihalek, zwar mit großem Trara, aber völlig unnötig, wie sich herausstellen sollte: Denn das Mähboot war zu groß für die Alte Donau und für die Neue Donau wurde es nicht gebraucht.

Ein typischer Fall von Schildbürgerstreich, der die Steuerzahler ein kleines Vermögen kostet. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) versuchte den handfesten Skandal bei der Saisoneröffnung auf der Alten Donau herunterzuspielen. Im ORF (Wien heute) sagte er, dass man bei dieser Sache keinesfalls von einer Verwaltungsmeisterleistung sprechen könne, allerdings: „Bei so einer großen Verwaltung passiert auch einmal ein Blödsinn, und das ist einer davon.“

Vorgehen grenzt ans Kriminelle

FPÖ-Chef HC Strache (FPÖ) nimmt die Sache ernster: „Dummheit alleine kann ja wohl kaum der Grund für diese Geldverschwendung sein.“ Er will nach der Kritik vom Wiener Stadtrechnungshof aktiv werden und die Korruptionsstaatsanwaltschaft einschalten. „Diese Vorgangsweise grenzt doch ans Kriminelle. Das muss jetzt einfach personelle Konsequenzen nach sich ziehen,“ sagt Strache zur Kronen Zeitung.

Stadtrat singt in Kellerlokalen

Der Skandal trifft auch den jetzigen Chef der MA 45, der bereits seit Jahren in Amt ist. Er ließ die um viel Geld gekauften Boote verrosten. Und gleichzeitig kassierten Privatfirmen für das Mähen der Algen 2,5 Millionen Euro. Wenn ein Chef in der Privatwirtschaft dies zulassen würde, wäre er den Job schnell lost. In der Wiener Stadtverwaltung zählt aber offenbar das richtige Parteibuch mehr als wirtschaftliches Denken. Bestraft – aber nicht wegen dieses Fehlkaufs – wurde nur der damalige Stadtrat Fritz Svihalek. Er ist von der politischen Bildfläche komplett verschwunden und tingelt als Frank-Sinatra- oder Peter-Alexander-Interpret durch diverse Kellerlokale.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link