Protz-Pfarrer Toni Faber präsentiert sein Luxusdomizil in der teuersten Lage Wiens

10. Mai 2014 - 16:23

Das ist bemerkenswert: Als der katholische Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen explodierender Baukosten für den Amtssitz von deutschen Medien geprügelt wurde, sprangen auch die österreichischen Mainstream-Schreiber auf und titelten mit dem „Protz-Bischof“ in den jeweiligen Zeitungen. Bei Dompfarrer Toni Faber ist das alles anders: Er präsentiert sein Luxusdomizil freizügig in einer Zeitung – und bleibt trotz protzigem Lebensstil, Alko-Unfall und dem hartnäckigen Gerücht, dass er eine Liebesbeziehung zu Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl hat, der Liebling der Medien.

Warum die Journalisten mit zweierlei Maß messen, kann nur vermutet werden. Es könnte mit der Kritik Fabers an den Freiheitlichen zusammenhängen. Denn Faber war sich nicht zu heilig, eine Wahl-Abschlusskundgebung der FPÖ auf dem Stephansplatz zu verurteilen, weil die Blauen dabei Kirchenglocken einspielten und Lichteffekte einsetzten. Seine politischen Statements gegen die FPÖ machen „Jesus Christ's Superstar“ bei den linken Meinungsmachern populär und lassen die kleinen Sünden in Vergessenheit geraten. So nahm man dem „Don Promillo“ aus dem „Steffl“ nicht übel, als er bei Firmungsfeiern zu tief ins Glas blickte und im November 2009 einen Alko-Unfall produzierte. Die linke evangelische Bischöfin Margot Käßmann trat in Deutschland immerhin zurück, nachdem sie betrunken eine rote Ampel ignoriert hatte. Faber blieb im Amt und wurde der Society, in der er sich bevorzugt bewegt, durch seine „kleine Sünde“ sogar noch sympathischer.

Mehr Blues Brother als Priester

Toni Faber macht eigentlich alles, wofür Papst Franziskus kein Verständnis hat. Er lebt nicht bescheiden, sondern in purem Luxus, kleidet sich in der Freizeit lässig in Jeans, Sweater, City-Boots, im Job elegant (Boss, Prada). Dazu kombiniert er mitunter eine schwarze Sonnenbrille, die eher an einen Auftritt bei den Blues Brothers erinnert als einen Prediger in Österreichs bekanntestem Gotteshaus. Wie ein Maßanzug passt daher auch sein jetziges Outing über seine Wohnverhältnisse zu ihm – im linken Standard zeigt er her, wo und vor allem wie Gottes Sohn Faber wohnt: In einer 100 Quadratmeter Dachgeschosswohnung in Wiens bester Lage und mit bestem Blick auf Leute, die von dieser Luxusherberge nur träumen können. Die Bilder in der Zeitung lassen erahnen, wie viele Millionen in dieses Projekt geflossen sind.

Faber lädt Neider in sein Domizil

Mit der Vorahnung, dass das Öffnen seiner Privatgemächer für die Öffentlichkeit bei den Katholiken nicht gut ankommt, sagt Faber im Standard: „Immer wenn man so etwas erzählt und die Medien in die eigene Wohnung einlädt, dann lädt man automatisch auch die Neider ein. Deswegen sage ich ganz offen: Das ist eine Dienstwohnung, die gesamte Einrichtung und Kunst jedoch habe ich mit meinem privaten Geld finanziert, das ich in den letzten 25 Jahren verdient habe, und dafür brauche ich mich nicht zu schämen.“

Gut gepredigt, Herr Faber, aber was ist jetzt der Unterschied zwischen dem Protz-Bischof in Deutschland und Ihnen? Auch der Amtssitz von Franz-Peter Tebartz-van Elst wurde nicht von ihm selbst finanziert, sondern von der Erzdiözese. Und die Räumlichkeiten hätte er nur so lange benützen dürfen, so lange er Bischof von Limburg gewesen wäre.

Sex ist etwas Wunderbares

Faber trägt sein Herz meist auf der Zunge und nützt die Kirche, um schön zu wohnen.  Einem katholischen Priester würdig ist es aber nicht immer, was er da von sich gibt: „Sex ist etwas Wunderbares – im Idealfall nach dem Ehesakrament. Aber ich akzeptiere auch den Normalfall“, sagte er in einem News-Interview. Er selbst, so Faber, habe selbstverständlich reichlich sexuelle Erfahrungen gemacht. Faber wörtlich: „In der Pfarrjugend ist’s drunter und drüber gegangen.“  Wen wundert es, dass ihm viele zutrauen, nicht nur mit Gott und der Kirche, sondern auch mit einer Frau ein Verhältnis zu haben. Die Zeitung woman hat das hartnäckige Gerücht aufgegriffen und gefragt, ob der Dompfarrer des Öfteren bei Claudia Stöckl frühstückt? Denn dass den Priester und die hübsche Journalistin mehr verbindet als nur Nächstenliebe, wird schon längere Zeit gemunkelt. Gegenüber woman bestreitet Faber aber die Liebesbeziehung à la Dornenvögel: „Solches Gequatsche belustigt mich. Aber bitte: Wer reden will, soll reden. Claudia und mich verbindet vor allem eines: die Liebe zu unseren Kindern in Kalkutta.“ Zur Erklärung: Beide engagieren sich für Stöckls karitativen Verein ZUKI, der Kinder in Kalkutta unterstützt. Mehr soll nicht sein. Und das sollen die Menschen auch glauben, wie die schönen Worte des Papstes, der seine Angestellten öffentlich aufforderte, Bescheidenheit zu leben.

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