Karl Schwarzenbergs Parteifreunde als tschechische Ultranationalisten aktiv

Ein veritabler Sprachenstreit ist im Prager Parlament ausgebrochen. Daniel Korte, Parteigänger in Karl Schwarzenbergs konservativ-liberalen Partei Top 09, forderte den amtierenden Finanzminister Andrej Babis auf, sich einen Dolmetscher für seine Auftritte im Parlament und in der Öffentlichkeit zu suchen. Korte wirft Babis vor, dass er nur „Kauderwelsch“ spreche, das vom Tschechischen weit entfernt sei.

Babis, der der Regierungspartei ANO angehört, ist gebürtiger Slowake und spricht eine Mischung aus Slowakisch und Prager Dialekt. Dialektgefärbt sprechen aber auch andere Abgeordnete im Prager Parlament, was bisher offensichtlich ohne große Debatte zur Kenntnis genommen worden ist.

ANO-Parteisprecher fordert Gutachten über Tschechisch-Kenntnisse von Babis

Nun fordert ein ANO-Parteisprecher sogar ein eigenes Gutachten über die Tschechisch-Kenntnisse des Finanzministers. Seine eigene Partei ist jedenfalls der Überzeugung, dass Babis ausreichende Tschechisch-Kenntnisse besitze um sich im Parlament vor den Abgeordneten verständlich auszudrücken.

Beobachter des ganzen Spektakels wundern sich vor allem über den TOP 09-Parteiführer Karl Schwarzenberg. Dieser hatte nämlich vor wenigen Tagen den Österreichern eine Standpauke in Sachen Toleranz anlässlich der 68. Wiederkehr des Ende des Zweiten Weltkriegs gehalten. In der eigenen Partei herrscht diese Toleranz gegenüber Sprachvarianzen offensichtlich noch nicht, da betätigen sich die TOP 09-Parlamentarier wie Abgeordnete Korte eher wie tschechische Ultranationalisten.

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