DiTech-Pleite: Völliges Debakel eines „Vorzeigeunternehmens“

623.000 Zuschauer verfolgten 2010 das Sommergespräch im ORF, zu dem Ingrid Thurnher FPÖ-Chef HC Strache und die Unternehmerin und DiTech-Gesellschafterin Aleksandra Izdebska einluden. Die Exil-Polin wurde als Vorzeigeunternehmerin präsentiert, eine, die es als Migrantin geschafft habe und heute eine erfolgreiche Firma führe. Nicht einmal vier Jahre später ist DiTech pleite. Nicht nur das: Die Insolvenz entpuppt sich als völliges Debakel.

Es sei der schlimmste Fall eingetreten, sagt Masseverwalter Günther Hödl im Kurier. Es habe sich die Lage verdichtet, dass die Gläubiger – 522 an der Zahl – gar keine Ausschüttung erhalten würden, also keinen Cent sehen werden. Das Unternehmen habe kein Eigenvermögen, es sei alles geleast und gemietet. Insofern habe die Insolvenzmasse kein Vermögen, sondern nur Verbindlichkeiten, teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform dem Kurier mit. Der größte Schaden aber ist, dass 250 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Definitiv ein Hasardspiel

Aber wie ist es dazu gekommen, dass das von Aleksandra und Damian Izdebska gegründete Vorzeigeunternehmen dermaßen scheiterte? Es sei definitiv ein Hasardspiel gewesen, innerhalb von fünf Jahren zehn neue Filialen aus dem Boden zu stampfen, sagte Wolfgang Richter vom Marktforschungsinstitut RegioPlan in der Presse. Wenn ein Händler seine Expansion über Kredit finanziere und nicht aus dem Cashflow, dann könne es sehr schnell eng werden, so Richter. Ulrich Fuchs, Obmann der zuständigen Sparte Computer- und Maschinenhandel in der WKÖ, attestiert gegenüber DiePresse.com DiTech große Kompetenz und eine relevante Marktstellung. Die Fehler hätten jedoch in der Finanzierung gelegen, schließt sich Fuchs der Argumentation Richters an.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link